Unnötiges, falsch geplantes Bauvorhaben
Leserbrief
Für den Stimmbürger überraschend muss er am 9. Juni über den 50-Millionen-Baukredit zum Schulhaus Walenbach befinden. Weder gab es eine Projektvorstellung noch eine frühere Ankündigung. Nein, gerade noch rechtzeitig trifft die Abstimmungsweisung ein. Darin findet sich aber nichts darüber, wie die 50-Millionen-Vorlage im Finanzplan «verdaut» werden soll. Bitte selbst recherchieren, entsprechende Anfragen in der Verwaltung blieben unbeantwortet. Oder dem Rat vertrauen, der es bewilligt hat. Nur, wer den Audiomitschnitt der Debatte hört, merkt, dass sich die Parlamentarier die Kostensteigerung selbst nicht erklären können. Alles selbst nachhörbar auf den entsprechenden Websites.
Aber der Reihe nach: Ein zusätzlicher Platzbedarf ist im Schulhaus Walenbach in gewissem Umfang bestimmt gegeben. Aber das Amt hätte mit der Definition eines Kostendach planen müssen, dies die Hauptkritik von Herrn Schwabe (GLP). Und leicht grösseren Klassen, nachzuhören auf erwähntem Stream. Ebenso belegt durch Herrn Müri (SVP): Das Hochbauressort kann die Erhöhung von 36 Millionen Franken auf 50 Millionen Franken nicht erklären. Auch nicht mit Teuerung und Änderungen. Die Interpretation dieses Befunds sei dem Leser überlassen.
Das Ergebnis: Kosten pro Klassenzimmer von vier Millionen Franken. Da sind die nur zu sanierenden Zimmer mitgerechnet – die Kostenüberschreitungen noch nicht. Andere bauen mit zwei Millionen Franken pro Klassenzimmer.
Fazit: Deshalb muss es aus mindestens zwei Gründen am 9. Juni Nein heissen, selbst wenn man gewissen Bedarf anerkennt. Das Bauvorhaben ist schlicht falsch geplant, unnötig gross und teuer. Dem vorübergehenden Zuwachs an Schülern kann mit etwas grösseren Klassen und dem alten Projekt begegnet werden. Dies ist nicht Sparen auf dem Buckel der Schüler, sondern ein haushälterischer, effizienter Umgang mit vorhandenen Mitteln.
Zweitens muss das Signal an die Stadt gehen: Der Stimmbürger will in der derzeitigen Finanzlage nicht mehr umstrittene Projekte einfach als alternativlos vorgelegt bekommen. Die Verschuldung in Wetzikon wird durch die vielen Bauvorhaben, die derzeit in Durchführung oder Planung sind, noch stark ansteigen. Auf eine Aufzählung dieser und eine Aussage zur zukünftigen Steuerbelastung will ich hier verzichten. Die 13. AHV-Rente wird dann auch gleich wieder weg sein. Unerwähnt auch die Wolken über dem Spital Wetzikon. Eine Eigenkapitalspritze an dieses (in Form von Aktionärsdarlehen) wird unvermeidlich.