In den Stadthofsaal statt ins Zeughaus investieren
Leserbrief
Ich stimme Nein zum 40-Millionen-Kredit für das Kultur- und Begegnungszentrum Zeughaus. Dieses 36,6-Millionen-Projekt beinhaltet auch eine Tiefgarage sowie die Gründung einer Aktiengesellschaft. Hinzu kommen plus zehn Prozent Kostengenauigkeit, insgesamt dürften es also satte 40 Millionen sein. Nachtragskredite werden sicher sein.
Ein neuer Saal sollte ebenso gut wie der bestehende Stadthofsaal oder besser sein. 700 Personen bei Konzertbestuhlung, ein Saal ohne Abstufung, ohne Terrassierung. Wer hat dies nicht schon selber erlebt, in einem Saal hinter einer grossen Person zu sitzen? Wer oder welcher Verein kann diesen Saal finanzieren? Es wird zwar hervorgehoben, dass Ustermer Vereine 30 Prozent Reduktion erhalten. Sind die 30 Prozent von 3000 oder 1000 Franken? Diese Frage kann mir niemand beantworten. Jetzt schon sind die Kosten für den Stadthofsaal für viele Vereine nicht mehr tragbar. Wer begleicht die 30 Prozent Vereinsreduktion? Am Schluss der Steuerzahler. Ebenso ist das sogenannte Regal Ersatz für das Kulturhaus Central. Zwei Kinosäle. Frage: Wer war schon in all den Jahren im Kino Central? Klar ersichtlich ist die Bilanz der Kulturgemeinschaft Uster (KGU). Jetzt schon von Kanton und Stadt Uster unterstützt und finanziert. Die ausgewiesenen Ticketeinnahmen betrugen 2023 61 262 Franken, also auch hier ein nicht gewinnbringender Verein. Zudem wird der Verein Qtopia nicht ins Zeughausareal zügeln.
Kultur ja und querbeet, da bin ich dabei, aber was da im Zeughaus geplant wird, entspricht Grössenwahn. In der Aktiengesellschaft werden Personen amtieren, die nicht der Mehrheit von Uster entsprechen. Uster hat dringendere Investitionen zu bewältigen. Das Zeughausareal ist ein Begegnungsort, ein Freiraum auch für Veranstaltungen, die jetzt schon dort stattfinden. Der Stadthofsaal hat sicher Mängel und allfälligen Verbesserungsbedarf und könnte mit weniger Geld aufgerüstet werden! Wenn schon, denn schon Kultur- und Begegnungszentrum, aber kostengünstiger. Nein, so nicht!
