Wollen wir uns dieses Zeughausprojekt leisten?
Leserbrief
Auch ich möchte einen schönen neuen Saal für Veranstaltungen in Uster haben. Das vorliegende Projekt scheint nun aber völlig entgleist. Trotz vielen – die städtischen Finanzen belastenden – Grossprojekten wollen sich die Verantwortlichen hier wohl gerne ein Monument errichten.
Die vom Gemeinderat vorgegebene Zielgrösse von 20 Millionen Franken hat der Stadtrat nicht eingehalten. Die Kosten für das Projekt werden inzwischen mit 36,6 Millionen Franken veranschlagt. Dabei wird es aber leider nicht bleiben. Mit den zu erwartenden Veränderungen der wirtschaftlichen Lage (zum Beispiel Teuerung, Mehrwertsteuererhöhungen) wird das Projekt möglicherweise viel mehr kosten. Auch der kantonale Förderbeitrag ist nicht sicher. Um die Kosten tiefer erscheinen zu lassen, wird auf den vollständigen Ausbau einiger Gebäudeteile verzichtet. Diese hohen Kosten sowie der geplante Betriebsmodus bedeuten, dass diese Räume nicht allen zur Verfügung stehen werden, sondern nur ausgewählten subventionierten Gruppen, welche dem Gusto der Verantwortlichen entsprechen.
Das zynische Argument, wenn man jetzt abbrechen würde, hätte man jahrelanges kostenintensives Planen in den Sand gesetzt, soll uns nun zur Zustimmung zwingen. Doch die noch anfallenden Kosten des Projekts werden uns Steuerzahlerinnen und Steuerzahler stark belasten. Aus all diesen Gründen empfehle ich, am 9. Juni ein Nein in die Urne zu legen. Wir müssen entscheiden, wie wir unser Geld am besten eingesetzt haben wollen, und deshalb die richtigen Prioritäten setzen – unsere Kinder werden es uns danken.
«Showdown für das Zeughausareal», 19. Mai
