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Das Stromgesetz bringt alles andere als eine sichere Stromversorgung

Ein Abstimmungsplakat wirbt für eine Ablehnung des Bundesgesetzes über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien.

Foto: Alessandro Della Valle (Keystone)

Das Stromgesetz bringt alles andere als eine sichere Stromversorgung

Leserbrief

Marco Müller

Rumlikon

Neben der unbestrittenen Zerstörung von Natur und Landschaft bringt das Stromgesetz vor allem Flatterstrom. Der Verein Windenergie Weisslingen-Russikon hat von der Messstation Hörnli auf 1143 Metern über Meer 32 Jahre stündliche Winddaten erworben und diese ausgewertet. Das Resultat ist, dass mit einer 220 Meter hohen, 5,6 MW starken Windturbine pro Jahr durchschnittlich nur 6,4 GWh Energie erwartet werden können – diese Energie fällt keineswegs gleichmässig an. Zu 38 Prozent der Zeit steht die Anlage still, weil zu wenig Wind weht, und weitere 12 Prozent der Zeit generiert eine solche Anlage im Oberland weniger als 200 MW. Die anderen 50 Prozent bestehen aus wilden Schwankungen, wo, zufällig verteilt, zwischen 200 und 5600 kW generiert werden.

Die Leistungsschwankungen sind insbesondere in den Wintermonaten extrem. In den Monaten November bis Februar kommt es immer wieder vor, dass 15 bis 20 Tage pro Monat gar kein Strom erzeugt wird. Durchschnittlich steht eine Windturbine im Winter zirka 10 Tage pro Monat still. Nur an wenigen Tagen pro Monat schwankt die Leistung zwischen 3000 und 5600 kW. Derartige Schwankungen, insbesondere Windflauten von über 10 Tagen, können von den Speicherkraftwerken nicht mehr kompensiert werden.

Auch hochalpine Solaranlagen können im Winter keinen signifikanten Beitrag zu einer sicheren Stromversorgung liefern. Sicher ist nur, dass diese Anlagen im Winter zwischen 16 und 9 Uhr keinen Strom liefern. Wenn die Anlagen zugeschneit sind oder es stark bewölkt ist, liefern sie auch am Tag kaum Strom. Solaranlagen auf Dächern sind zwar gut, aber wenn wir diese auf 30 bis 40 TWh Jahresertrag ausbauen, dann haben wir im Sommer über die Mittagszeit eine Leistung wie 30 bis 40 AKWs Gösgen, die niemand abnehmen kann und will.

Eine sichere Stromversorgung, die bei jedem Wetter und jeder Tages- und Nachtzeit zuverlässig Strom liefert, fehlt im Stromgesetz vollständig, weshalb ein verantwortungsbewusster Bürger dieses Gesetz nur ablehnen kann.

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