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Das Bedürfnis nach den eigenen vier Wänden genau betrachten – nicht ungebremst

Die Zuwanderung und eine rückläufige Bautätigkeit machen das Einfamilienhaus mehr und mehr zum Statussymbol. (Symbolbild)

Foto: Pixabay

Das Bedürfnis nach den eigenen vier Wänden genau betrachten – nicht ungebremst

Leserbrief

Christoph Rohland

Hinwil

In der Tat steigen die Immobilienpreise ins Unermessliche, aber sich darüber beklagen, würde bedeuten, die Ursachen der Preissteigerung entweder zu ignorieren oder nicht zu verstehen.

Jeder Wirtschaftsmarkt ­reagiert auf Angebot und Nachfrage. Vergessen geht oft, dass der Begriff der eigenen vier Wände nicht nur für Eigen­tümer und Wohnbesitzer gilt, sondern auch für Mieter zu definieren und zu erfassen ist. Über ein Drittel, 2,4 Millionen Schweizerinnen und Schweizer, lebt in Miethäusern und scheint mit dieser Wohnform zufrieden, sonst würde man das ändern. Was aber Umwelt und Nachhaltigkeit beim ­Bauen und Wohnen angeht, so ist der Neubau nachweislich viel schädlicher als das Mieten. Er verzehrt die meisten fossilen Ressourcen und Energien, zweitens schaden die zwingenden Kredit- und Hypothekargeschäfte der ohnehin schon überhitzten Wirtschaft. Wenn sich Privatunternehmer ausschliesslich auf Neubau als Besitz und Eigentum ausrichten, dann werden Finanzanlagen zur reinen Gewinn- und Ren­diterechnung. «Das Geld arbeitet nicht», würden wir sagen. Etwas anderes ist es, wenn umsichtige Unternehmer und Kreislaufdenker «mit Geld arbeiten». Renovationen, Umbau und selbst Vergrösserungen für bestehende Anlagen oder Immobilien sind richtig, weil die Finanzen zweckgebunden sind und damit einen wirtschaft­lichen und sozialen Sinn erfüllen. Eigentümern mehrerer ­Immobilien, welche in ihrem Besitztum allein den Gewinn sehen, empfehle ich einen Rückzug auf die eigenen vier Wände, denn dort arbeitet ihr Geld am besten.


«Immobilienpreise steigen weiter kräftig an», Ausgabe vom 15. Mai

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