Leserbeiträge

Absurdes Wahltheater

Dieser Leser hat eine klare Meinung zur personellen Lage am Bezirksgericht Pfäffikon.

Absurdes Wahltheater

Leserbrief

Ueli Annen

Illnau

Zur Erinnerung: Bei den durch den Tod des Gerichtspräsidenten notwendig gewordenen Neuwahlen im Februar wurde Margrit Sigrist (EVP) aus Hinwil neu mit einem 100-Prozent-Pensum an das Bezirksgericht Pfäffikon gewählt. Bei der Wahl ins Präsidium schaffte keine der drei Kandidatinnen das absolute Mehr: Yvonne Mauz (SP) erzielte rund 1200 Stimmen mehr als die beiden anderen, Margrit Sigrist lan­dete auf dem letzten Platz.

Fazit: Da in weniger als zwei Jahren ohnehin wieder gewählt wird, wäre die vernünftige Lösung im Sinn des Stimmvolks, dass Yvonne Mauz die seit dem Todesfall übernommene präsidiale Arbeit bis zu diesem Zeitpunkt weiterführt. Ein Rückzug von Margrit Sigrist hätte das möglich gemacht. Sie hätte dazu die Chance, sich mit der neuen beruflichen Umgebung vertraut zu machen und sich nach dem altersbedingten Rücktritt der jetzigen Vizepräsidentin um das Präsidium zu bewerben. Hätte …!

Statt der Fortsetzung einer gut funktionierenden Über­gangslösung drohen jetzt ein unvermittelter Bruch im Innenleben des Gerichts, eine Verunsicherung beim Personal und eine belastende Situation innerhalb der Richterschaft. Verzögerungen in der Bearbeitung der Prozesse sind wohl unvermeidlich. Die Wählerschaft ist nochmals zu ­einem Entscheid aufgerufen, der sich bei einer gebührenden Respektierung des Resultats des ersten Wahlgangs erübrigt hätte. Insgesamt ein demokratiepolitischer Unsinn, der nur Kosten auf allen Seiten verursacht.

Apropos Respekt: Der wäre eigentlich am Platz gegenüber einer Berufskollegin, die seit fast 20 Jahren an dieser Institution untadelige Arbeit leistet und der ein stimmiger Abschluss ihrer beruflichen Laufbahn zu gönnen ist. Die Wählenden können es noch richten.

Fehler gefunden?