Missstände um die «Maurmer Post»
Leserbrief
Eigentlich wollten wir diesen Brief in unserer Gemeindezeitung «Maurmer Post» (MP) publizieren. Aber seit dort die «Maurmer Post»-Kommission die redaktionelle Hoheit und die Alleinherrschaft übernommen hat, regiert in unserem schönen Dorf ein Klima der Zensur und des Meinungsdiktats.
Kritische Leserbriefe werden abgewiesen – und Artikel so geändert, dass sie der Haltung der Kommission entsprechen (und nicht der Redaktion). Vergangene Woche wurde sogar das Editorial des Chefredaktors ersatzlos gestrichen – das erste Mal, seit wir uns zurückerinnern können. Und das sind doch ein paar Jahrzehnte.
Dies alles widerspricht der Volksmeinung in relativ krasser Weise. An der Gemeindeversammlung vom 12. Juni 2023 lehnte das Stimmvolk die Privatisierung der Dorfzeitung deutlich ab und votierte für die redaktionelle Unabhängigkeit. Man spürte ganz klar: Die MP liegt den Menschen am Herzen.
Dies hat sich seither noch akzentuiert. Seit der erfahrene Journalist Thomas Renggli als Chefredaktor die Redaktion leitet, hat das Blatt deutlich an Relevanz, Konturen und Unterhaltungswert gewonnen.
Dass die Kommission (unter fadenscheinigen Gründen) gleichwohl einen neuen Chefredaktor sucht und den bisherigen auf unwürdige Weise desavouiert, stellt auch dem Gemeinderat (als faktischem Herausgeber) ein denkbar schlechtes Zeugnis aus. Wo sind die gewählten (und bezahlten) Politiker, wenn Rückgrat und Zivilcourage gefordert wären?
Unsere Forderungen deshalb: Die Rolle der Kommission muss überdacht werden. Renggli soll als Chefredaktor weitermachen. Und der Gemeinderat muss die Voraussetzung schaffen, dass Meinungsfreiheit und redaktionelle Unabhängigkeit geschützt werden – wie immer seit 50 Jahren.