«Lange war man Konkurrent, jetzt wird man Partner»
Herr Spielmann, im Juli 2018 äusserten Sie sich gegenüber dem Zürcher Oberländer kritisch bezüglich einer Fusion. Sie sprachen von verschiedenen Kulturen. Haben sich diese mittlerweile angeglichen?
Matthias Spielmann: Das Thema Kulturen ist eine von vielen Herausforderungen. Diese ist aber nicht unlösbar, das haben bereits andere vor uns geschafft. Da wir jetzt gemeinsam unsere Ziele definiert haben und an einem Strang ziehen, sehe ich der Entwicklung positiv entgegen.
Könnten Sie näher auf diese verschiedenen Kulturen der beiden Spitäler eingehen?
Unsere Rechtsformen sind unterschiedlich und dies prägt natürlich die einzelnen Häuser. Wir arbeiten teils in unterschiedlichen Strukturen, in Wetzikon hat es zum Beispiel nur fünf Chefärzte, in Uster deutlich mehr. In Wetzikon sind wir zudem ländlich geprägt, wir sind ein sehr persönliches Spital. Aber die zahlreichen Gespräche haben dazu geführt, dass die Lagebeurteilung der beiden Spitäler nun einheitlich ist. Wichtig ist es, auf den Gemeinsamkeiten aufzubauen, eine gute gemeinsame Kultur zu erreichen. Hier sprechen wir von einem laufenden Prozess.
Was ist das für eine Kultur, die Sie erreichen wollen?
Damit meine ich vor allem ein Umdenken zwischen den Spitälern, lange war man Konkurrent, jetzt wird man Partner.
Die Fusion ist der richtige Weg, um eine optimale Gesundheitsversorgung in der Region zu erreichen.
Was muss gewährleistet sein, damit eine Fusion trotz der verschiedenen Kulturen reibungslos über die Bühne gehen kann?
Es benötigt ein regulatorisches Fundament, das die benötigten Verbindlichkeiten schafft, wie die Genehmigung eines sogenannten « Interkommunalen Vertrages » durch die Gemeinden, die an den beiden Spitälern beteiligt sind. Ein Aktionärsbindungsvertrag regelt das Verhältnis der künftigen Aktionäre untereinander. Das sind die Grundlagen, auf denen wir starten.
Wann begannen die internen Diskussionen um die Fusion?
Im Sommer 2017 haben die Diskussionen begonnen, ausgelöst durch den Antrag des Stadtrats Wetzikon, eine optimierte Zusammenarbeit der beiden Gesundheitsinstitutionen zu prüfen. Unter anderem auch die Fusion. Mit diesem Auftrag ging das GZO dann auf das Spital Uster zu.
Inwiefern waren Sie in den Entscheid des Verwaltungsrats involviert?
Die CEOs und die Geschäftsleitungen beider Häuser müssen die Entscheidungsvorlagen diskutieren und für ihre Verwaltungsräte vorbereiten. Von daher bin ich seit Beginn der Diskussion im Thema.
Stehen Sie persönlich hinter einer Fusion?
Natürlich, aus den oben genannten Gründen finde ich, dass die Fusion der richtige Weg ist, um eine optimale Gesundheitsversorgung in der Region zu erreichen.