Lange Sperrung des Zentrums von Gossau ist alternativlos
Die Sanierung der Grütstrasse in Gossau beschäftigt die kantonale Politik. Der Regierungsrat hat eine Anfrage von Kantonsrat Daniel Wäfler zur Grossbaustelle beantwortet – und sieht wenig Optimierungspotenzial.
Seit Januar 2025 wird die Grütstrasse im Zentrum von Gossau zwischen den Kreiseln Mönchaltorferstrasse und Laufenbachstrasse saniert. Auf dem rund 500 Meter langen Abschnitt werden die Strasse und Werkleitungen erneuert. Zudem wird der unter der Strasse verlaufende Durchlass des Gossauerbachs ausgebaut, damit er künftig grössere Wassermengen aufnehmen kann.
Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Ende 2026. Während der Bauzeit ist die wichtige Verbindung durch das Dorfzentrum unterbrochen, die normalerweise von rund 9000 Fahrzeugen täglich passiert wird.
Die Baustelle hat nicht nur grosse Folgen für den Verkehr im Dorf und darüber hinaus. Das Gewerbe im Zentrum befürchtete bereits vor Baubeginn Einbussen, unter anderem eine Papeterie an der Grütstrasse stellte ihren Betrieb im Zusammenhang mit der Baustelle ein. Mit ihr zog also auch der Ärger in Gossau ein.
Anfrage wegen Bauzeit und Folgen
Vor diesem Hintergrund reichten die SVP-Kantonsräte Daniel Wäfler aus Gossau und Jacqueline Hofer aus Dübendorf Anfang Jahr eine Anfrage beim Regierungsrat ein.
Sie wollten unter anderem wissen, ob die Bauarbeiten auch anders organisiert werden könnten – etwa mit mehreren Bauetappen, mit mehr Unternehmern oder mit einer anderen Verkehrsführung ohne Totalsperrung.
In ihrer Anfrage verweisen sie darauf, dass die Baustelle für eine Strecke von rund 500 Metern über zwei Jahre dauert und das Zentrum teilweise vom Verkehr abgeschnitten ist. Dadurch entstehen Umwege und Staus, während das lokale Gewerbe Umsatzeinbussen befürchten muss.
Regierungsrat sieht keine Alternativen
Der Regierungsrat schreibt in seiner Antwort, dass verschiedene Varianten geprüft worden seien. Eine getrennte Umsetzung einzelner Teilprojekte hätte jedoch zu deutlich höheren Kosten und zu einer längeren Bauzeit geführt.
Auch eine Verkehrsführung durch die Baustelle sei nicht möglich gewesen. Die Platzverhältnisse seien zu knapp, und Baustellenverkehr, Maschinen sowie Zufahrten für Anwohner müssten denselben Raum nutzen. Aus Sicherheitsgründen sei deshalb eine grossräumige Umleitung notwendig.
Weitere Beschleunigungsmassnahmen wie ein Zweischichtbetrieb oder der Einsatz vorfabrizierter Bauteile seien ebenfalls geprüft worden. Sie hätten jedoch organisatorische, gesetzliche oder logistische Schwierigkeiten verursacht.
Übliche Bauzeit
Der Regierungsrat hält fest, dass sich aus den Projektkosten nicht direkt auf die Bauzeit schliessen lasse. Entscheidend seien die technischen Anforderungen und die örtlichen Bedingungen. Unter diesen Voraussetzungen bewege sich die Bauzeit im üblichen Rahmen vergleichbarer Infrastrukturprojekte – dennoch werde für den Spätsommer noch Optimierungen geprüft. Der Abschluss der Arbeiten ist weiterhin für Ende 2026 vorgesehen.
Zu möglichen Umsatzeinbussen des Gewerbes liegen dem Kanton laut Antwort keine Angaben vor. Eine konkrete Abschätzung der wirtschaftlichen Auswirkungen auf Betriebe im betroffenen Gebiet sei vor Projektbeginn nicht vorgenommen worden.