Mit Regenschirm und Opernvorfreude nach Verona
Leserreise
Trotz regnerischem Wetter beginnt die Musikreise in der Stadt von Romeo und Julia entspannt und mit bester Laune. Bleibt zu hoffen, das Wetter passt sich der Stimmung bald an.
Ein Espresso in der Hand, Stimmengewirr auf der Piazza, irgendwo klappert Geschirr, und über den alten Häusern läuten Kirchenglocken. Verona kann Italien, wie man es sich vorstellt. Und Verona kann grosses Drama. Das weiss die Stadt nicht erst seit Romeo und Julia – und an diesem Wochenende soll sie es gleich zweimal in der Arena beweisen. Vorausgesetzt Petrus meint es gut mit uns.
Doch bevor es so weit ist, beginnt die Reise weit entfernt von italienischen Plätzen und dem grossen Opernzauber. Am frühen Morgen steigen die vorfreudigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der ausverkauften Opernreise in Uster, Wetzikon und Rüti in den Car.
Begleitet von einer Redaktorin der Zürcher Oberland Medien AG, dem Reiseführer der Ryffel AG sowie dem Opernliebhaber Werner Bärtschi, geht es für die 42-köpfige Reisegruppe los gen Süden. Ihr Ziel: Verona.
Die Leserreisen der Zürcher Oberland Medien
Die Zürcher Oberland Medien organisieren gemeinsam mit der Ryffel AG regelmässig Leserreisen zu Kultur-, Musik- und Genusszielen. Im Juni 2026 führte eine Kunstreise zur Biennale nach Venedig, im August ging es für die Musikreise für vier Tage nach Verona. Bereits angekündigt ist für Anfang Oktober eine Reise an den Comer See, die sich vor allem der Gartenkunst, Seidentradition und italienische Lebensart widmet. (mar)
«Die wirkungsvollste Kunstform, die es gibt»
Der erste Halt führt nach Bellinzona – und mitten in den Regen. Dort schüttet es bereits in Strömen. Doch die Reisenden sind zuversichtlich, genau wie Chauffeur Bruno Breitenmoser: «Wir haben ja noch ein paar Kilometer bis nach Verona, da tut es vielleicht auf.» Und er sollte recht behalten, zumindest vorerst. Denn beim Mittagessen in Solferino auf einem Agriturismo-Hof zeigt sich das italienische Wetter bereits gnädig und schenkt der Reisegruppe erste warme Sonnenstrahlen.
Zwischen Hauswein, Sangria und Pasta lernen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Reise ein erstes Mal richtig kennen. Reisebegleiter und Opern-Enthusiast Werner Bärtschi gibt eine erste Einführung in das «Konzept Oper»: «Die Oper, in der Musik, Sprache und Theater zusammen ein Gesamtes ergeben, ist uralt – und es ist die wirkungsvollste Kunstform, die es gibt.»



Nach der Stärkung geht die Reise weiter in Richtung Verona – nur noch rund eine Stunde Fahrt trennt die Reisegruppe von der italienischen Stadt an der Etsch. Nach dem Einchecken im Hotel steht freie Zeit zur Verfügung – zum Beispiel, um den Abend bei einem Glas Amarone, dem für Verona bekannten Wein, ausklingen zu lassen.
Hoffnungsvolle Aussichten
Voller Energie und gestärkt von einem stattlichen Frühstück, startet die Reisegruppe den Freitag mit einer Stadtführung. Doch: Der Regen bleibt, weshalb die Reisegruppe mit immer nasser werdenden Füssen und gespannten Regenschirmen durch die Strassen Veronas schlendert.
Der Stimmung tut dies jedoch keinen Abbruch, im Gegenteil: Bei angenehmen 22 Grad und mit regenfester Kleidung ausgestattet, birgt die feuchte Stadtführung etwas Mystisches. Vorbei an Statuen von Shakespeare und Dante erfreuen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an interessanten Fakten über die historische Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in Venetien.
Die Führung führt von den römischen Spuren rund um die Arena über die alte Stadtmauer bis zur Piazza delle Erbe, dem ehemaligen römischen Forum und heutigen Herzen der Altstadt. Auch die mittelalterliche Herrschaft der Scaliger und ihre Spuren im Stadtbild kommen zur Sprache. Von der Ponte Scaligero fällt der Blick auf Castelvecchio und hinauf zu den Hügeln rund um die Stadt – bevor es zurück zur Piazza delle Erbe geht, wo die Führung endet.









Nun steht den Teilnehmerinnen und Teilnehmer freie Zeit zur Verfügung, bevor Werner Bärtschi am frühen Abend eine Einführung in die Oper Turandot geben wird. Um 21 Uhr dürfen die Reisenden dann das Stück live in der Arena di Verona verfolgen – vorausgesetzt, der Regen findet ein Ende.
Doch bereits nach der Führung ist eine der Teilnehmerinnen, Gisela Burri aus Wald, zuversichtlich: «Gerade mit dem Regen ist diese Reise eine Erinnerung, die wir nie vergessen werden.»

