Lunik: Vom Durchbrechen alter Muster
Comeback der Erfolgsband
Die Berner Band Lunik ist nach langer Pause zurück und spielt am Freitag, 15. August, am H2U Openair Uster. Mit im Gepäck: Hits von damals und Songs ihres neuen Albums «Cycle Breaker».
In den 2000ern gab es kaum eine erfolgreichere Schweizer Band als Lunik. Mit ihrem sphärischen Trip-Hop bewegten sie sich genau im Zeitgeist und begeisterten mit Tracks wie «Little Bit» oder «The Most Beautiful Song» über die Landesgrenzen hinaus.
Unstimmigkeiten und Missverständnisse innerhalb der Gruppe führten jedoch immer wieder zu Streitereien. Musiker verliessen die Band, neue stiessen dazu, und 2013 zog man den endgültigen Schlussstrich. Vermeintlich endgültig, denn etwas überraschend kündigten Lunik letztes Jahr an, 2026 in Urformation auf Tour zu gehen und ein neues Album zu veröffentlichen.
Wieder gemeinsam Musik zu machen und auf der Bühne zu stehen, sei beim ersten Treffen nach zehn Jahren Funkstille noch überhaupt kein Thema gewesen, wie Gitarrist und Produzent Luk Zimmermann erzählt: «Wir sind damals nicht im Guten auseinander. Ich hatte das Verlangen, das zu ändern und zu schauen, ob wir auf einer persönlichen Ebene wieder zusammenfinden können.» Ähnlich erging es auch Gitarrist und Bassist Adi Amstutz: «Es war ein unschönes Gefühl, auf die Zeit zurückzuschauen, obwohl wir mit der Band so viel erreicht haben. Das wollte ich so nicht stehen lassen.»
Die beiden trafen sich mit Jaël Malli, Cédric Monnier und Mats Marti und merkten schnell: Das, was sie einst vereinte, ist immer noch da. Es brauchte aber die Zeit, um die zwischenmenschlichen Konflikte heilen zu lassen. «Die Treffen hatten auch therapeutischen Charakter. Und nach und nach entstand dann die Idee von Konzerten und neuer Musik.» Zuerst planten sie nur einige wenige Shows, die aber innert weniger Stunden ausverkauft waren. «Wir hatten Zweifel, ob uns die Leute nach so langer Abwesenheit überhaupt sehen oder hören wollten. Doch die Reaktionen übertrafen alle Erwartungen», so Zimmermann.
In dieser Phase des Zusammenfindens ist das neue Album «Cycle Breaker» entstanden. «Der Titel fasst gut zusammen, worum es auf dem Album geht», sagt Amstutz. Die von Jaël Malli geschriebenen Texte handeln von festgefahrenen Mustern, die es zu durchbrechen gilt. Vom stetigen Prozess des Reflektierens und davon, Widerstände zu überwinden. «Es sind Themen, die auch unsere Bandgeschichte widerspiegeln.» Musikalisch bleibt Lunik dem melancholisch-melodischen Sound treu, der mit modernen elektronischen Einflüssen angereichert ist.
Während Tourneen früher für die Band vor allem Stress und Druck bedeuteten, können Lunik die Konzerte mittlerweile einfach nur geniessen. Die Frage nach der Zukunft wollen sie deshalb auch bewusst unbeantwortet lassen. «Wir wollen zuerst die Tour fertig spielen, die Auftritte geniessen und Spass auf der Bühne haben. Danach schauen wir, wie es weitergeht.»
Lunik spielen am Freitag, 15. August, um 22.30 Uhr am H2U Openair Uster. Tickets und weitere Infos zum Festival unter www.h2u-openair.ch.


