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Konzert in Pfäffikon

«The Peacemakers»: Er will ein Zeichen für den Frieden setzen

Mit einem Konzert will Dirigent David Haladjian ein Zeichen für den Frieden setzen. Die Lieder würdigen die vielen Menschen, die sich für eine bessere Welt eingesetzt haben. So will Haladjian die Menschen «aufrütteln».

David Haladjian ist Musiker, Komponist und Dirigent. Er leitet den Chor in Pfäffikon schon über 30 Jahre.

Foto: Mel Giese Pérez

«The Peacemakers»: Er will ein Zeichen für den Frieden setzen

Mit einem Konzert will Dirigent David Haladjian ein Zeichen für den Frieden setzen. Die Lieder würdigen die vielen Menschen, die sich für eine bessere Welt eingesetzt haben. So will Haladjian die Menschen «aufrütteln».

In Zeiten von Gräueltaten gaben sie Bedürftigen Hoffnung: Menschen wie Anne Frank, Martin Luther King und Nelson Mandela haben die Menschheitsgeschichte entscheidend mitgeprägt, indem sie mit ihren Worten und Taten stets für Gerechtigkeit und Frieden eingestanden sind.

Das Chormusikstück «The Peacemakers» gedenkt dieser Friedensstifter und zitiert sie auch, so wie weitere Persönlichkeiten, etwa den Dalai Lama oder Mutter Teresa. Zudem werden Passagen aus der Bibel und dem Koran gesungen. Karl Jenkins komponierte das Stück 2011.

Der Waliser ist in der Szene der klassischen Musik für seine Verspieltheit bekannt. So scheut er sich nicht, Stile zu mischen. Doch Jenkins hat auch ein Händchen dafür, mit seinen Kompositionen ein Zeichen für den Frieden zu setzen. Eines seiner bekanntesten Werke ist «The Armed Man: A Mass for Peace», ein Antikriegsstück, das den Opfern des Kosovo-Kriegs gewidmet ist. So ist auch «The Peacemakers» als frohe Botschaft in Zeiten der Grausamkeit zu verstehen.

Ein Chorspektakel für den Frieden

Veraltet ist das Werk nicht, denn es scheint, als wäre die Menschheit zwar älter geworden, doch kein bisschen weiser. David Haladjian ist der Dirigent, der das Werk 15 Jahre nach der Uraufführung wieder aufleben lässt. Am 17. Januar leitet er «The Peacemakers» in der katholischen Kirche in Pfäffikon.

Für sein Projekt konnte der Dirigent vier Chöre gewinnen: den Katholischen Kirchenchor St. Benignus Pfäffikon, den Singkreis Maur, den Kammerchor Akusma aus Baden sowie den Jugendprojektchor der Musikschule Zollikon. Die Chöre werden vom Instrumentalensemble Planet Menq begleitet, mit dem David Haladjian eine langjährige Zusammenarbeit verbindet.

Haladjian musste das Stück aus Platzgründen minim anpassen. So werden beispielsweise die Bläser durch die Orgel ersetzt. «Die Musik muss jedoch ihre Kraft behalten.»

Ein Konzert in der Kirche in Maur.
Zwei Konzerte fanden bereits in Maur statt.

Die erste Aufführung dieses Chorspektakels fand bereits am 22. November 2025 in der Kirche Maur statt. Ein voller Erfolg, wie der Dirigent erzählt. Die Kirche sei am Konzertabend rappelvoll gewesen. Damit fühlt sich Haladjian in seinem Vorhaben bestätigt: «Viele Menschen haben die Hoffnung verloren und wünschen sich Frieden auf der Welt.»

Wenn es nur so einfach wäre. «Ich glaube, dass es einige Menschen gibt, die vom Krieg profitieren», sagt Haladjian. «Doch diese sind den Regierungskreisen, die Entscheidungen treffen, näher als wir.»

Ausserdem sind laut ihm die Zeiten, in denen Menschen noch demonstrieren konnten, um etwas zu erreichen, vorbei. «Man sieht es ja auch bei vielen Demonstrationen weltweit. Die werden unterdrückt, und dann ist Schluss.»

Heute müsse man anders vorgehen und gleich bei den Politikern ansetzen. «Der Druck muss nun direkt auf die Regierungen ausgeübt werden, sonst erreichen wir nichts.» Und deshalb hat sich Haladjian überhaupt für Jenkins Werk entschieden. «Was wünscht man sich mehr als einen Frieden?», sagt er. «Wir wollen mit dieser Musik die Leute aufrütteln.»

Vom Zerfall der Sowjetunion zum Pfäffiker Chor

Die Musik gehörte schon immer zu Haladjians Leben. Der Armenier hat in seinem Heimatland Musik studiert und doktoriert. 1991 kam er in die Schweiz. Er flog von Moskau nach Zürich, und noch während er im Flugzeug sass, kam es in der Sowjetunion zu einem Putsch. Nach seinen Berechnungen fuhr er mit dem Taxi vom Hotel am Roten Platz, bloss wenige Minuten bevor die Panzer einfuhren, ab. «Es war ein seltsames Gefühl – als ich in den Flieger stieg, war der Osten noch kommunistisch», erinnert er sich. «Und als ich in Zürich ankam, war dieses riesige Reich Geschichte.»

Haladjian sollte eigentlich am Zürcher Flughafen abgeholt werden, doch es kam niemand. «Man hat natürlich nicht damit gerechnet, dass ich es überhaupt noch aus dem Land geschafft habe.»

Ein Mann sitzt am Klavier.
David Haladjian studierte Musik in der damaligen Sowjetrepublik Armenien.

So liess Haladjian seine Vergangenheit zurück und konzentrierte sich in Zürich und in Basel darauf, wofür er gekommen war. «Ich wollte Computermusik studieren.» Heute heisst dieser Studiengang elektroakustische Musik und ist keineswegs neu oder aussergewöhnlich. «Damals war das fast schon revolutionär, wir arbeiteten immerhin noch auf den heute veralteten Computern wie Commodore», erzählt der Dirigent. 1994 kam Haladjian zum Pfäffiker Chor, den er bis heute leitet.

Magie durch Hingabe der Sängerinnen und Sänger

Und die Chorarbeit hat es dem 63-Jährigen angetan. Er steckt in seine Chorprogramme sein ganzes Herzblut. Für «The Peacemakers» hat er nicht nur den Chor zusammengestellt, sondern auch eine Projektion entworfen, die das Ganze untermalen soll. Das sei etwas kompliziert gewesen. «Ich will ja nicht solche klischeehaften Bilder wie die weisse Taube benutzen», sagt er.

Was für ihn jedoch am wichtigsten ist – neben der Friedensbotschaft und dem Zusammenkommen der Menschen –, ist der Chor selbst. «Dank der Musik von Karl Jenkins entstehen grosse emotionale und magische Momente», sagt er. «Und das geschieht vor allem dank der Hingabe der Sängerinnen und Sänger.»

Chorkonzert in Pfäffikon: «The Peacemakers» von Karl Jenkins

Das Konzert findet am Samstag, 17. Januar, um 17 Uhr in der katholischen Kirche St. Benignus in Pfäffikon statt und dauert rund 70 Minuten. Der Eintritt ist kostenlos, es wird eine Kollekte geben. (mgp)

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