Der Ustermer Simon Wiener fand zufällig zur Geige – und machte eine Karriere draus
Simon Wiener ist Violinist und sieht seine Karriere als «nichts Besonderes» an. In der neuen Saison von Top Klassik Zürcher Oberland steht er mit dem Trio Streich auf der Bühne.
Wenn Simon Wiener von seiner Karriere erzählt, klingt es nach einem beiläufigen Missverständnis des Schicksals. «Reiner Zufall», sagt er und zuckt mit den Schultern. Mit viereinhalb Jahren hielt er erstmals eine Geige in der Hand – nicht aus innerem Drang, sondern weil seine Mutter über eine Bekannte an eine Geigenlehrerin geriet. Mit Musik hatte seine Familie zuvor nicht viel am Hut.
Dass aus diesem zufällig begonnenen Unterricht eine renommierte Musikerkarriere entstand, entlockt Wiener nur ein nüchternes Nicken. «Ich habe einfach versucht, das Beste aus der Situation zu machen», sagt er.
Dabei war er früh der grosse Stolz seiner Eltern. Sie hielten ihm stets den Rücken frei, wenn seine Nachbarn beispielsweise wieder mal keine Freude daran hatten, dass er tagein, tagaus übte. «Mein Vater setzte sich dafür ein, dass ich zu Hause üben durfte, und diskutierte dies gerne mit den Nachbarn aus», erzählt der Geiger. «Meine Mutter hingegen suchte nach Kompromissen.»
Um den Frieden in der Nachbarschaft zu bewahren, spielte er auch mal ausser Haus. «Man hat mich schon an einigen Orten in Uster gehört», sagt Wiener. Er machte schnelle Fortschritte auf dem Streichinstrument.
