Mit dieser Fischenthaler Mühle wird kein Getreide gemahlen
Am Schweizer Mühlentag öffnet auch die Drechslerei Kleintal ihre Türen. Statt Mehl gibt es hier Spindeln, statt Mühlrad eine Turbine. Und jede Menge Geschichten über ein fast vergessenes Handwerk.
Eine Mühle kann vieles. Sie kann die Gemüter des Oberlands in Wallung bringen, wenn es um erneuerbare Energien geht. Sie kann Getreide wie auch Kaffee mahlen. Und in Fischenthal kann sie sogar eine ganze Manufaktur in Bewegung setzen. Denn unter dieser Mühle wird kein Korn verarbeitet, sondern Kraft freigesetzt. Es handelt sich um die Drechslerei Kleintal in Steg.
Um 1858 bauten die Brüder Jakob und Heinrich Rüegg eine Drechslerei samt Sägerei im Kleintal. Das abgelegene Tobel hatte eine wertvolle Energiequelle, die ihr Unternehmen antreiben sollte: den Fuchslochbach. Mit einem Wasserrad von fünf Metern Durchmesser und Transmissionsriemen wurde die Werkstatt angetrieben.
Elf Jahre später bewilligte der Regierungsrat den Gebrüdern Rüegg auch den Bau eines Stauweihers mit einem Fassungsvermögen von rund 350’000 Litern. Das Wasserrad wurde durch eine Turbine ersetzt, und der Betrieb konnte mit mehr Leistung rechnen.
