Info-Tafel auf Burgruine Altlandenberg würdigt jetzt Jakob Wolfensberger
Auf der Burgruine Altlandenberg in Bauma steht jetzt eine neue Info-Tafel – mit frischem Wissen und später Anerkennung für Pionier Jakob Wolfensberger.
Die Burgruine Altlandenberg ist ein beliebtes Ausflugsziel in Bauma. Vom Hügel, auf dem sie steht, hat man auch einen schönen Blick aufs Dorf.
Weniger schön war jedoch die Info-Tafel zur Burgruine. Sie stammt aus den frühen Neunzigerjahren und hat ihre besten Tage hinter sich. Davon zeugen zahlreiche Kritzeleien und 15 Schusslöcher, die allesamt geflickt werden mussten.
Seit Kurzem steht auf dem Burghügel eine neue Tafel der Kantonsarchäologie. Treibende Kraft hinter dem Projekt war der Wilemer Historiker Wolfgang Wahl. «Dabei bin ich eigentlich gar kein Spezialist fürs Mittelalter», gibt er zu.
Was ihn qualifiziert: Er hat im Herbst 2023 ein Buch über den Baumer Patron Jakob Wolfensberger veröffentlicht. Der geschichtsinteressierte Gründer der Giesserei Wolfensberger hatte die Burgruine in den Fünfzigerjahren gekauft und von 1958 bis 1963 auf eigene Faust ausgraben lassen.

Sein Engagement für die Ausgrabung der Burg wurde auf der bisherigen Tafel nur nebenbei erwähnt. «Ohne ihn wüssten wir wohl nur sehr wenig über die Ruine», betont Wahl.
Archäologie versus Wolfensberger
Dass man Wolfensbergers Verdienst bisher kaum gewürdigt hatte, lag an einem langen Konflikt zwischen ihm und der Kantonsarchäologie. Denn seine Deutungen der Grabungen halten wissenschaftlichen Massstäben nicht stand.
«Er hat viele Behauptungen aufgestellt, die er nicht belegen konnte», meint Wahl. So zum Beispiel, dass der Burghügel bereits in der Steinzeit bewohnt war. «Dafür gibt es keine plausiblen Belege», betont Wahl.
Jakob Wolfensberger konnte dies zeitlebens nicht akzeptieren. Und ein damaliger Kantonsarchäologe äusserte sich spöttisch gegenüber dem vermeintlichen Hobby-Archäologen aus dem Tösstal.
Dieser Konflikt ist Vergangenheit. Auch die Experten anerkennen heute, dass Wolfensberger viel zur Erforschung der Burggeschichte beigetragen hat.
Dass alte Animositäten beigelegt wurden, zeigt sich auch daran, dass die Familie Wolfensberger sich finanziell an der Erstellung der neuen Tafel beteiligt hat. Und das, obwohl die Familie seit Ende/Anfang 2024 nicht mehr Burgherrin ist. Den gesamten Burghügel haben Jakob Wolfensbergers Nachkommen der Gemeinde Bauma übertragen.
Auf dem neusten Stand
Die frisch-gebackene Eigentümerin hat die neue Info-Tafel auch bereits montiert. Sie ist nicht nur viel moderner ausgestaltet, auch inhaltlich haben Wolfgang Wahl und die Kantonsarchäologie einiges angepasst. Das betrifft nicht nur die Würdigung von Jakob Wolfensberger.


Auch die Familiengeschichte des Adelsgeschlechts der Landenberger, die ihren Stammsitz auf der Burg Altlandenberg hatten, hat Wahl überarbeitet. Dies, nachdem er sich lange in das Thema eingelesen hatte und mit zahlreichen Experten zusammenarbeitete.
«Man musste dort etwas relativieren», erklärt Wahl. So zum Beispiel, dass die Hauptlinie der Landenberger bei der Schlacht von Morgarten ausgestorben sei. Die historischen Belege dafür seien dürftig. «Das kann schon sein, muss aber nicht.»
