Von Engeln und vielarmigen Riesen
Kunstausstellung in Fällanden
Das Fällander Kunstschaffen ist vielseitig. Dies zeigte sich an der Vernissage «Kunst in der Zwicky» deutlich. Diesmal hat die Redaktion den Fokus auf die Skulpturen und ihre Erschaffer gerichtet.
Der Ansturm zur Vernissage «Kunst in der Zwicky» war enorm. Knapp 30 heimische Künstlerinnen und Künstler sowie die Jugendarbeit Fällanden vermochten letzte Woche eine grosse Schar Besucherinnen und Besucher in die Zwicky-Fabrik zu locken.
Nebst vielen Bildern gab es auch Skulpturen zu betrachten. Solche schufen Elisabeth Flueler-Tomamichel, Heinz Schmid, Dorette Turina und Heinz Weber. Zudem hat die Jugendarbeit Fällanden mit ihrem Kunstprojekt zum Mitgestalten einer Skulptur eingeladen.
Elisabeth Flueler-Tomamichel hat für ihren «Engel 2» Paperclay (eine Mischung aus Papierfaserbrei und Schlicker) verwendet. Für die Figur hat sie damit Schichten aufgetragen und diese mit japanischem Washi-Papier kaschiert. Ihren ersten modellierten Engel hat sie kurz vor dem Tod ihres Mannes fertiggestellt.
Heinz Schmid, Künstler und Ausstellungsleiter, hat aus Aprikosen-, Avocado-, Oliven-, Pfirsich-, Sonnenblumen- und ganz vielen anderen Samen sowie Kies die «Lebendige Pyramide» gebaut. Das Ganze hält mit Epoxidharz zusammen. Besucher sollen nun die Pyramide mit Wasser besprühen, worauf – so hofft Schmid – Pflanzen aus den Samen spriessen.
Künstlerin Dorette Turina hat bei der Entstehung ihrer Skulptur «Junges Paar» erst nur den Mann aus schwarzem Ton geformt. Dann hat sie gedacht: «Oh je, so allein kann ich ihn nicht lassen.» Daraufhin hat sie für ihn aus den Tonresten die Partnerin geknetet.
Einem grossen Strauch in seinem Garten hat Heinz Weber eine Skulptur entnommen. Sein «Vielarmiger Riese» besteht aus den Wurzeln der Pflanze. Weber hat sie zwei Jahre bei sich gelagert, bis er die Wurzeln unverändert auf einen Pflasterstein und eine Säule geklebt hat.
Die Jugendarbeit hat mit «Who ist the artist?» ein Projekt ins Leben gerufen, bei dem jedermann mit Werkzeug und Holz Kunst vor Ort schaffen kann. «Was es am Ende wird, bleibt offen», sagt Sibylle Hausegger von der Jugendarbeit. Die Konstruktion stehe auf Rädern, deshalb gelte: «Was immer es wird, wir werden es vor das Jugendhaus schieben, wo das Kunstwerk ein Weilchen bleibt.»