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Kongolesischer Musiker lädt zu interaktiver Plattentaufe in Uster ein

Kitio Ngo & the Ngo-Connection laden nicht nur Zuschauende ein, sondern haben auch Platz für Musikerinnen und Musiker, die mitjammen wollen.

Kitio Ngo ist Musiker aus Brazzaville und feiert seine Plattentaufe beim Radio 15 in Uster.

Foto: Mel Giese Pérez

Kongolesischer Musiker lädt zu interaktiver Plattentaufe in Uster ein

Von Brazzaville ins Oberland

Als er in die Schweiz kam, gab es noch Verständigungsprobleme. Doch mittlerweile fühlt sich Kitio Ngo in der Sprache wohl. Höchste Zeit also, seine neuste Platte zu taufen.

Am Samstag feiert das Radio 15 in Uster die Plattentaufe eines Künstlers, der viele Geschichten im Repertoire hat. «Es war kein Zufall, dass ich im deutschsprachigen Raum landete, sondern Bestimmung», beginnt eine Anekdote von Kitio Ngo, dem kongolesischen Musiker, der vor acht Jahren aus Brazzaville in die Schweiz kam.

Denn als er noch ganz klein war, hatte er ein Lieblingslied, von dem er nicht genug bekommen konnte: «Rock Me Amadeus» von Falco. «Meine Familie rief immer euphorisch nach mir, wenn das Lied im Radio lief.» Nur wusste er damals nicht, dass Falco auf Deutsch sang.

Plattentaufe von Kitio Ngo & the Ngo-Connection

Am 31. August findet im Radio 15 in Uster eine Plattentaufe zum Mitmachen statt. Die Afrobeat-Band Kitio Ngo & the Ngo-Connection gibt ein Konzert zu ihrem neusten Album «Soldat», das auch gleich als Videoclip aufgenommen wird. Danach öffnet sich die Runde als Jamsession – auch für andere Musikerinnen und Musiker: mit Kitio Ngo (Gitarre/Gesang), Senad Tabakovic (Keyboard), Andreas Buchmann (Saxofon), Fredrik Porte (Bass) und Omello Oudskul (Schlagzeug).

Die Veranstaltung findet im Konzertraum von Radio 15 an der Steigstrasse 2 in Uster statt. Türöffnung ist um 19 Uhr, das Konzert startet um 20 Uhr und die Jamsession um 22.15 Uhr. Der Eintritt kostet 20 Franken.

Viele Jahre später kam er dann in die Schweiz – wo auch Deutsch gesprochen wird wie in seinem Lieblingslied. Er sah es als ein gutes Zeichen. Trotzdem musste er die Hürde nehmen, vor der jede Person aus dem Ausland steht: In der Schule lernt man Hochdeutsch, auf der Strasse spricht man aber Dialekt. «Das war wirklich sehr schwierig und frustrierend», gesteht der 39-Jährige.

Die Sprache der Gefühle: Musik

Nicht nur Frust, auch Einsamkeit plagte Kitio Ngo, dem es schwerfiel, sich mit anderen auszutauschen. Wie wichtig die Sprache ist, merkte er auch, wenn er musizierte. Das Schweizer Publikum verstand keine der vier kongolesischen Landessprachen (neben Französisch), die Kitio Ngo beherrscht.

Er wiederum konnte kaum erklären, worüber er singt. Das führte dazu, dass sich beide Seiten anders verständigen mussten – durch die Musik. «Emotionen brauchen keine Worte. Und das Schweizer Publikum ist neugierig. Es kann mit dir interagieren, auch wenn es nichts versteht», erklärt Kitio Ngo.

In seiner Musik thematisiert er die Politik in seiner Heimat. Mit zwölf Jahren erlebte er, wovor eigentlich jedes Kind verschont bleiben sollte: Krieg. «Ich lernte damals, erwachsen zu werden und mich um meine Geschwister zu kümmern», erzählt der Musiker.

Kitio Ngo findet, dass er heute von diesem Schmerz geheilt ist, so traumatisierend das Erlebte für ihn auch gewesen war. Geht das überhaupt? «Man darf nicht zu lange in der Vergangenheit leben. Sonst kommt man immer wieder an den gleichen Punkt, der schmerzt», sagt er. Die Musik hat ihm beim Verarbeitungsprozess geholfen. Das Auftreten vor Publikum wie auch das Jammen mit anderen Musikerinnen und Musikern.

Neue Formation vereint mehr Geschichten

In Uster tritt er nun mit seiner Band als neue Formation auf. Die Musiker hat er an verschiedenen Jamsessions kennengelernt. Zusammen bringen sie nicht nur neue Geschichten, sondern auch neue Rhythmen: von Afrobeat über Reggae bis zu Rumba.

«Deutsch ist kein grosses Problem mehr für mich. Ich kann den Menschen erzählen, worüber ich eigentlich singe.» Kitio Ngo freut sich, dass es nun keine sprachlichen Barrieren mehr geben wird. Doch um zu seinen mitreissenden Beats zu tanzen, braucht es sowieso keine Worte.

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