Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Kultur

Helden des H 2 U: Ohne sie läuft das Festival in Uster nicht

Kein Festival ohne ehrenamtliche Helfer: Unterwegs mit den Freiwilligen, die das H2U möglich machen – von der Barkeeperin bis zum «Trash Hero».

Hetty Klaessen ist seit dem ersten H 2 U als Helferin mit dabei. Als «Trash Hero» dreht sie ihre Runden übers Gelände.

Foto: Marie Fredericq

Helden des H 2 U: Ohne sie läuft das Festival in Uster nicht

Seit neun Jahren

Am Einlass, hinter der Bar und auf dem ganzen Gelände: Ohne die 160 freiwilligen Mitarbeiter könnte das H2U nicht stattfinden. Einige von ihnen erzählen, weshalb sie das Open Air unterstützen.

Bereits zum neunten Mal fand auf dem Ustermer Zeughausareal das H2U-Festival statt: Während dreier Tage spielten bekannte Musikerinnen und Musiker wie Plüsch, Dodo und die Walderin Cachita. Doch die wahren Helden des Festivals sind nicht etwa die Künstler, die das Publikum anlocken, sondern die Helferinnen und Helfer im Hintergrund.

Sie sorgen dafür, dass das Festival jedes Jahr stattfinden kann: Von der Organisation über den Aufbau, den Einlass und die Bars bis hin zum Personal- und Abfallmanagement sowie zum Abbau wird das ganze H2U von ihnen getragen – und das freiwillig.

Die Stadtpräsidentin, die Tickets verkauft

Wer am Freitag oder Samstag das Festgelände betrat, traf direkt auf ein bekanntes Gesicht. Stadtpräsidentin Barbara Thalmann (SP) begrüsste die Gäste an der Tageskasse. Im Helfershirt und in bester Laune kam sie mit Besuchern ins Gespräch. Es war das zweite Jahr, an dem sie beim Festival mithalf.

«Es macht Freude, den Leuten zu begegnen. Und das H2U ist eine tolle Sache – also unterstütze ich das.»

Das H
Wer noch Tickets vor Ort kaufen wollte, konnte dies bei Stadtpräsidentin Barbara Thalmann tun.

Trotz Nieselregen freute sie sich auf die bevorstehenden Konzerte und den Austausch mit den Ustermerinnen und Ustermern.

Mit Freude am Werk

Hatte man den Verkaufsstand hinter sich gelassen, steuerte man auf die Eingangskontrolle zu. Hier warteten Frank Staubli und Andrea Gassner freudig auf die Gäste, kontrollierten Tickets und verteilten die Bändeli. Beide arbeiten schon seit acht Jahren am Festival mit – für sie als Ustermer ist das H2U ein wichtiger Bestandteil des hiesigen Stadtlebens.

Seit rund drei Jahren sind sie ein eingespieltes Team bei der Eingangskontrolle. «Die Leute, die kommen, haben in der Regel Vorfreude auf das Open Air. Das steckt an», sagt Staubli.

Das H
Frank Staubli und Andrea Gassner sind ein eingespieltes Team: Beim Einlass kontrollierten sie Tickets und verteilten die entsprechenden Bändeli.

Man trifft Freunde, kommt ins Gespräch. «Und das Festival ist so cool, da ist es für mich naheliegend, als freiwillige Helferin zu unterstützen», sagt Gassner.

Ein Freundschaftsprojekt

Wen der Durst an die Bar drängte, der traf hier auf Barbara David. Die Wahlschweizerin arbeitet seit fünf Jahren als Barmitarbeiterin am H2U mit. Seit drei Jahren wohnt sie nun auch in Uster – in derselben Stadt wie ihre beste Freundin. Mit der teilt sie sich auch immer die Barschicht. «Das ist die Voraussetzung für uns, dass wir zusammen hinter dem Tresen stehen können», sagt sie.

Das H
Barbara David arbeitete mit ihrer besten Freundin an der Bar. Kurzerhand liess sie sich dieses Jahr sogar das Logo auf den Arm tätowieren – vorübergehend.

Die 62-Jährige arbeitet sonst bei einer Wirtschaftsprüfungsfirma, hat aber auch jahrelange Gastro-Erfahrung. Auch deshalb steht die gebürtige Österreicherin am H2U gerne hinter der Bar. «Es läuft zwar viel, aber genau das liebe ich. Die Zeit vergeht wie im Flug.»

Besonders auch der Geist des Teams und die herzliche und ehrliche Zusammenarbeit bereiten ihr grosse Freude. «Sonst würde ich das nicht freiwillig machen.» Sie ist gar ein so grosser Fan des H2U, dass sie sich kurzerhand das Logo des Open Airs temporär auf den Arm tätowieren liess.

Auch Leon Fiedler schenkte am Samstagabend Hunderte Getränke aus: Der 20-Jährige arbeitete mit einer Freundin an der Bar gleich neben der Hauptbühne. Er hat das H2U quasi mit in die Wiege gelegt bekommen – sein Vater ist Mitglied des Organisationskomitees.

Als kleiner Junge hat er auf dem Gelände immer «gefötzelt», dieses Jahr steht er hinter der Bar. «Ich habe mich quasi hochgearbeitet», sagt er lachend. Für ihn gehört das H2U zu Uster: «Das Open Air bringt immer frischen Wind in die Stadt. Und es ist einfach cool.»

Das H
Ein eingespieltes Team: Anouk Fischer und Leon Fiedler schmissen gemeinsam die Bar neben der Hauptbühne.

Die Helden des Abfalls

Spazierte man über das Gelände, fiel einem rasch auf – das Areal war blitzblank sauber. Und das kam nicht von ungefähr, denn die «Trash Heroes», die sich um den Abfall kümmerten, drehten ihre Runden und sorgten dafür, dass keine Serviette und kein Zigarettenstummel auf dem Boden blieb. Für Letzteres verteilten sie portable Aschenbecher.

Patrick Sauser aus Uster ist einer der Helfer, die auf dem Platz für Sauberkeit sorgen. Er half dieses Jahr zum ersten Mal mit, war sonst nur Gast des Festivals. Dieses Jahr konnte er für seinen Einsatz, der rund drei Stunden dauerte, gratis die Konzerte mitverfolgen. Ein Highlight für den 49-Jährigen: «Ich bin ein grosser Plüsch-Fan.»

Das H
Dank ihm war der Boden am H2U blitzblank: Patrick Sauser half freiwillig mit, um Plüsch live zu sehen und zu hören.

Auch Hetty Klaessen drehte auf dem Gelände ihre Runden mit Müllsack und Zange. Seit dem ersten H2U ist sie Teil des Helferteams. Sie geniesst ihre Funktion als «Trash Hero». «Die Leute sind so umweltbewusst, es gibt kaum Abfall. Dafür kann ich aber über das Gelände spazieren, den Konzerten lauschen und mit den Leuten quatschen», sagt die 57-Jährige.

Sie findet Anlässe wie das H2U wichtig für das Gemeindeleben – deshalb unterstützt sie das Open Air als Freiwillige. «Besonders auch die Wertschätzung vom Organisationskomitee ist riesig. So macht es Spass, Teil des Teams zu sein.»

In guter Erinnerung

Wer auch nach den Konzerten eine Erinnerung an das H2U haben wollte, konnte sich am Merchandise-Stand eindecken: Von Feuerzeugen über T-Shirts bis zu Socken und Taschen konnte man alles erwerben, was das Festivalbesucher-Herz höherschlagen liess. Bei Entscheidungsschwierigkeiten konnte Susanne Kiss Ratschläge geben: Die 61-jährige Ustermerin half zum zweiten Mal am Open Air mit.

Sie kennt viele der Gründungsmitglieder aus ihrer Nachbarschaft und ist ein Fan der Veranstaltung. «Das H2U hat sich immer weiterentwickelt, ist nachhaltig und einfach cool – das ist eine schöne Mischung», sagt sie.

Das H
Bei Fragen stand Susanne Kiss zur Seite. Es ist bereits das zweite Jahr, wo sie nicht nur als Besucherin am H2U ist.

Sie habe hier an den Konzerten auch schon neue Künstler für sich entdeckt. «Nach dem H2U geht man immer mit einer schönen Erinnerung nach Hause.»

Grosse Wertschätzung

Während die Besucherinnen und Besucher ausgelassen den Konzerten lauschten und den Abend genossen, arbeiteten im Vorder- und Hintergrund rund 160 Mitarbeiter daran, das H2U zu dem zu machen, was es ist.

«Ohne all diese Leute ginge das gar nicht», sagte Cachita nach ihrem Auftritt. Die Infrastruktur, die Betreuung der Künstler, alles sei so herzlich. «Man merkt einfach, hier sind die Leute mit Herzblut dabei. In so einer Atmosphäre macht es Spass.»

Das H
Während ihres Auftritts forderte die Künstlerin Cachita Applaus – nicht für sich, sondern für all die freiwilligen Helferinnen und Helfer.

Dass der Teamzusammenhalt und die Motivation der Helfer spürbar seien, freue ihn besonders. «Es ist für uns keine Selbstverständlichkeit, dass alle immer so gerne und engagiert mithelfen», sagt Res Nägeli, Kernteam-Mitglied des Organisationskomitees.

Der 64-Jährige betont: «Ohne all diese Helfer könnten wir das Spektakel nicht durchführen.» Nicht nur im Vordergrund während des Festivals, sondern vor allem auch im Hintergrund würden die Mitarbeiter eine riesige Arbeit leisten.

Seit dem zweiten H2U hilft er intensiv bei der Planung mit. «Früher fand ich es in Uster langweilig. Ich habe mir geschworen, dass ich das ändern will – also wurde ich selbst aktiv.» Jetzt investiert er jedes Jahr unzählige Stunden in die Planung des H2U.

Gewinnorientiert ist das Open Air übrigens nicht: «Wir sind froh, wenn wir mit einer schwarzen Null rauskommen.» Falls Gewinn übrig bleibt, wird dieser in das kommende Line-up investiert – und um die Veranstaltung stetig weiterzuentwickeln.

Auf das nächste Jahr freut sich Nägeli besonders, denn dann steht das 10-Jahr-Jubiläum an. «Die Planung dafür startet, sobald das diesjährige H2U zu Ende geht.»

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns