«Ich mag es nicht, wenn Gamer merken, dass ich eine Frau bin»
Diese Frau liebt Videospiele
Anita Herczeg aus Dübendorf ist ein echtes «Gamergirl». Bei Ballerspielen wird sie regelmässig von ihren männlichen Artgenossen unterschätzt.
«Aaach nein, schon wieder ein Mädchen!» – «Gamergirl» Anita Herczeg ist gering schätzende Kommentare beim Stelldichein mit männlichen Online-Zockern gewohnt. Und was entgegnet die Dübendorferin darauf? «Nichts», sagt Herczeg, «ich lasse meinen Controller sprechen.» Und so zeigt sie den Jungs in ihrem Team im Ballerspiel «Call of Duty», wie Kopfschüsse mit dem Scharfschützengewehr verteilt werden. Worauf sie immerhin ein «wow, du bist ja richtig gut – für ein Mädchen» zu hören bekommt.
Anita Herczeg ist online als «Buborek» anzutreffen. Ungarisch für Blase, was sie auf Deutsch doof findet und lieber auf Englisch (Bubble) übersetzt. Ein männlich klingender Name, was ihr ganz recht ist: «Ich mag es nicht, wenn Gamer merken, dass ich eine Frau bin.»
Die 30-Jährige spielt seit ihrer Kindheit. Videospiele waren der kleinste gemeinsame Nenner zwischen ihrem älteren Bruder, der sich sonst nur für Fussball interessierte, und ihr, der leidenschaftlichen Tänzerin.

