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Sie reisten für ein Konzert von Wetzikon bis nach Japan

Mit grossen Erwartungen und Vorfreude starteten 13 junge Schüler der Musikschule Zürcher Oberland zu einer einzigartigen Konzertreise.

Musikschülerinnen aus dem Oberland und ein japanischer Chor: Sie führten zusammen ein Konzert auf.

Foto: PD

Sie reisten für ein Konzert von Wetzikon bis nach Japan

Musikalische Reise voller Emotionen

Mit grossen Erwartungen und Vorfreude starteten 13 junge Schüler der Musikschule Zürcher Oberland zu einer einzigartigen Konzertreise.

Jasmin Schlegel

«Es fühlt sich an, als ob ich nur davon geträumt hätte», erzählt Madlaina Kühn mit einem Glitzern in ihren Augen. Als ob das grosse Abenteuer erst anfangen würde. Aber die weite Reise ist schon Geschichte, eine, die bereits geschrieben wurde. Gemeinsam mit zwölf anderen Schülerinnen und Schülern der Musikschule Zürcher Oberland (MZO) war die 11-Jährige in Japan.

Die Klavierschüler Toni Xu (10), Metehan Pehlivan (17), Tiziana Busin (17), Florentin (14) und Madlaina Kühn (11) und ihre Klavierlehrerin Alena Cherny sitzen eng aneinander gerückt im Unterrichtszimmer der MZO. Gemeinsam lassen sie die Reise vor einigen Wochen Revue passieren.

Es war ein langer Weg, bis die Reise auf den Beinen stand: Seit November 2023 wurde das Japanprojekt von der Geigerin Noriko Kawamura und Klavierlehrerin Alena Cherny organisiert und an den Details gefeilt. Seither bereitete sich eine Gruppe von 13 jungen Musikerinnen und Musikern auf ein aufwendiges Programm vor, das in Ishigaki, Japan, vorgeführt werden sollte.

Malheur ohne Folgen

Am 21. April versammelten sich die jungen Schüler am Flughafen Zürich. Auch einige Eltern wollten die Schüler auf ihrer grossen Reise begleiten. Grosse Freude und etwas Nervosität legte sich über die Gruppe. «Ich hatte ein wenig Angst, dass ich etwas zu Hause vergessen hatte», erläutert Tiziana Busin. Der 13-stündige Flug verlief ohne weitere Schwierigkeiten.

Doch als die Gruppe in Ishigaki angekommen war, stellte sie fest, dass der Koffer mit den Partituren auf der Reise verloren gegangen war. Erst drei Tage später fanden die Noten den Weg zurück zur Gruppe, was die letzten Proben und der Auftritt allerdings nicht weiter behindern sollte.

Ein grosses Willkommen im fremden Land

Am Tag der Ankunft wurden die jungen Schüler beim Stadthaus vom Bildungsdirektor von Ishigaki empfangen. Die japanischen Schüler und der Kinderchor, mit denen die Musiker aus Wetzikon ein paar Tage später auftreten würden, waren bei der grossen Begrüssung dabei. Nach der Eröffnung begann die Erkundigung der neuen Kultur.

Kinder stehen vor einem Holzschild und lächeln in die Kamera.
Als äusserst freundlich und hilfsbereit erlebten die Oberländer Musikschülerinnen und -schüler die japanische Kultur.

«In ganz Ishigaki gab es so gut wie keine Europäer», erzählen die jungen Musiker. Aufgrund dessen sprach auch kaum jemand Englisch. Zuerst versuchten die Schüler, die Sprachbarriere mit Händen und Füssen und langsam gesprochenem Englisch zu überwinden. Wenn dies nicht funktionierte, kam Google Translate zum Zug.

Der japanische Wortschatz der Schweizer Musikerinnen und Musiker blieb natürlich nicht unberührt: Sie lernten, wie man sich bedankt, das Essen zu loben und dass beim Anstossen «Kampai» (was so viel wie «leeres Glas» bedeutet) gerufen wird. Damit sei das Wichtigste abgedeckt gewesen, erzählen die Schüler mit einem Grinsen.

Genuss der japanischen Tradition

Die Gruppe aus der Schweiz besuchte am ersten Abend in Ishigaki eine Bar, um sich nach der langen Reise etwas zu stärken. Dort erlebten sie die japanische Tradition in vollen Zügen: Ein Besucher nahm eine Shamise (ein traditionelles Instrument, das einer Gitarre ähnlich ist) hervor und begann zu spielen. Es dauerte nicht lange, bis alle Gäste mitzusingen oder sogar zu tanzen begannen.

Florentin Kühn erklärt rückblickend, dass sich die Menschen in Ishigaki einander einen ausgesprochen respektvollen Umgang erwiesen und sehr reserviert wirkten. «Die Leute in Ishigaki schienen etwas distanzierter zu sein, aber wenn sie merkten, dass uns das traditionelle Essen schmeckte oder wir uns bemühten, uns anzupassen, dann blühten sie auf und begrüssten uns mit offenen Armen.» Auch die japanischen Schüler aus der Schule, die sie besucht haben, hätten sie faszinierend gefunden. Es seien sogar «Fanclubs» entstanden.

In einem Klassenzimmer sitzen Schülerinnen und Schüler hinter Einzelpults.
Auch ein Besuch im Klassenzimmer stand auf dem Programm.

Ein absolut gelungener Auftritt

Nach drei Tagen intensiver Arbeit stand der grosse Auftritt bereits vor der Tür. Als die jungen Musiker zum ersten Mal auf die Bühne traten, waren sie fast erschlagen. Doch das Konzert gelang. Alena Cherny erzählt, dass in derartigen Konzertsituationen viele Dinge schiefgehen könnten. Doch die ganze Gruppe, die Instrumentalisten aus Wetzikon und der japanische Kinderchor, war bestens vorbereitet.

Musikerinnen und Musiker stehen auf einer Bühne.
Der grosse Auftritt: Monatelang wurde für das Konzert in Japan geprobt.

Zu Tränen gerührt hätten sich Hunderte Menschen nach dem Konzert bei ihnen im Foyer bedankt. Solch eine Offenheit und Dankbarkeit kenne man aus der Schweiz nicht, erklärt die Musiklehrerin. Es sei ein aussergewöhnliches Erlebnis gewesen, in einem Konzertsaal von überwältigender Grösse. «Ich habe so lange auf diesen Auftritt gewartet. Und dann war er schon wieder vorbei», sagt Madlaina Kühn mit einem Seufzen.

Abstecher nach Tokio zum Abschluss

Die folgenden Tage wurden von weiteren Eindrücken begleitet. Nach einer abschliessenden Feier ging es nach Tokio für einen weiteren Auftritt in der Schweizer Botschaft, allerdings ohne den japanischen Chor. Dass sich die Wege schon so früh wieder trennten, sei sehr schade gewesen. Denn die gleichgesinnten Kinder und Jugendlichen hätten bei der Abschlussfeier erst so richtig zueinander gefunden.

In Ishigaki seien die Musiker aus Wetzikon dann auch keine Touristen gewesen. Sie wurden als Gäste empfangen und mit grosser Zuneigung aufgenommen.

Die letzten zwei Tage waren Tokio und den «bunt gekleideten» Leuten gewidmet. Mit etwas Trauer, trotz erleichtertem Herzen, führte der nächste Flug wieder zurück in die Schweiz. «Die einzigartige Reise ist zwar schon vorüber, aber die Erinnerungen werden für immer bleiben. Die ganze Gruppe wird dieses Land vermissen», schliessen die Schülerinnen und Schüler ihre Erzählung.

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