Film über Wetziker an den Solothurner Filmtagen
«Röbi geht»
«Röbi geht» handelt von Robert Widmer-Demuth, der in seinen letzten Monaten vor dem Tod mit der Kamera begleitet wurde. Der Film über den Wetziker wird nun an den Solothurner Filmtagen gezeigt.
Robert Widmer-Demuth, genannt Röbi, starb am 18. August 2022 mit 77 Jahren. Der Wetziker wurde die letzten Monate seines Lebens von einem kleinen Kamerateam begleitet, denn es war klar: Röbi hat nicht mehr lange. Und dann ist Röbi gegangen. Doch was bleibt, sind die Aufnahmen über die Zeit vor seinem Tod. Diese schafften es ins Schweizer Kino – und nun auch an die Solothurner Filmtage.
Nach rund 7000 verkauften Kinotickets wird «Röbi geht» am Samstag, 20. Januar, an den 59. Solothurner Filmtagen gezeigt. Während der acht Tage dauernden Veranstaltung werden Schweizer Filme gezeigt, nachbesprochen und prämiert.
«Es ist eine Ehre, ‹Röbi geht› an den Filmtagen in Solothurn zeigen zu dürfen», sagt Christian Labhart. Er und seine Frau haben den Film produziert, Röbi die letzten Monate seines Lebens begleitet. Der Film ist eine Co-Produktion des Schweizer Fernsehens SRF, der Stadt Wetzikon sowie von Privatpersonen.
«Es ist wohl mein persönlichster und intimster Film», erzählt Christian Labhart. Zu 90 Prozent sei der Film in Röbis Wohnzimmer aufgenommen worden, zu Hause in Robenhausen. Auch das Robenhauser Ried spiele eine wichtige Rolle. Generell sei der Film durch und durch eine Wetziker Produktion: zwei Wetziker Ehepaare, eines vor, eines hinter der Kamera.
«Dass Röbi auf diese Weise weiterhin da ist und nun in Solothurn gezeigt wird, freut uns ausserordentlich», sagt Labhart. «Und er würde sich auch freuen.»
Röbis letzte Reise
Ein heimtückischer Krebs befiel Röbis Lunge, doch Chemotherapie und Bestrahlung wollte er nicht. Dafür aber war er offen: Heidi Schmid und Christian Labhart konnten in seiner letzten Zeit dabei sein. Und so wurde Röbi in seinen letzten acht Monaten von Mikrofon und Kamera begleitet.
Zu sehen im Film sind Szenen von Röbi und seiner Frau, Spaziergänge mit dem Hund, Besuche von Bekannten und viele Gespräche übers Sterben. Doch das muss nicht zwingend nur traurig sein. Im Film erzählt Röbi, wie er sich den Tod vorstellt. Als Ankommen an einem Ort des Willkommenseins. Letztlich entschied Röbi mithilfe der Organisation Exit selbst, wann er seine letzte Reise antritt.

Röbi hinterlässt seine Frau Heidi Demuth, die beiden waren 47 Jahre zusammen. Im Film sagt sie, Röbi sei das Beste, was ihr im Leben habe passieren können. Die beiden hatten sich in den Sozialwerken von Pfarrer Ernst Sieber kennengelernt, später heirateten sie, bekamen zwei Söhne und zogen in ihr Haus in Wetzikon-Robenhausen. Dort waren sie beide aktiv vernetzt, auch politisch.
«Röbi geht»
Der Film «Röbi geht» wird im Januar an den Solothurner Filmtagen gezeigt. Die Vorführung findet am Samstag, 20. Januar, um 9.30 Uhr im Landhaus statt, anschliessend folgt ein Gespräch mit Regie und Beteiligten – so unter anderen mit Röbis Frau Heidi Demuth.
