Tradition, Gemeinschaft – und eine kuriose Muni-Verlosung
Chilbi in Dürnten
Autoscooter, Festzelte und der Geruch von Raclette und Zuckerwatte: Am Wochenende vom 11. bis 13. August verwandelte sich der Dürntner Dorfkern wieder in eine Festmeile.
Auch in diesem Jahr konnten sich alle Besuchenden auf dem Chilbiplatz in Dürnten wieder durch zahlreiche Foodstände schlemmen, flanieren und auf altbekannte Gesichter treffen. «Unsere Chilbi gilt als Begegnungsort, an dem alle Dürntnerinnen und Dürntner sowie ehemalige Bewohnerinnen und Bewohner zusammenkommen, um gemeinsam ausgelassen zu feiern», meint Walter Artho, Präsident des Chilbi-Vereins.
Mit der Festlichkeit wird zusätzlich der Zusammenhalt der Gemeinde zelebriert, die Erlöse des Jahrmarkts kommen allen mithelfenden Vereinen zugute. Zusätzlich wird im Rahmen der Chilbi traditionell am Sonntagmorgen der Dürntner Stärn für besondere Leistungen verliehen.
Freudig und stolz durfte in diesem Jahr Familie Meier, Inhaberin des Garten-Centers Meier, die Ehrung für ihr besonderes Engagement in der Gemeinde entgegennehmen. Für Walter Artho die perfekte Gelegenheit, Danke zu sagen: «Familie Meier hat bereits so viel für unsere Gemeinde getan und unterstützt viele Vereine mit Sponsoring, sie hat diese Auszeichnung mehr als verdient.»

Während sich die älteren Jahrgänge im grossen Festzelt auf eine Stange Bier oder ein Glas Wein treffen und die Gesellschaft der Dorfgemeinde geniessen, amüsieren sich die Jüngeren auf dem Kettenkarussell, dem Autoscooter oder an den zahlreichen Schiessständen.
Und auch die Auswahl an Fressbuden lässt keine Wünsche offen: Egal, ob Pulled Pork vom BBQ-Stand, ein paar spanische Churros oder eine Portion Schweizer Käse aus dem Raclette-Zelt, für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Auch wenn die Temperaturen am Samstag und Sonntag über 30 Grad steigen und am Nachmittag die eine oder andere Schweissperle von der Stirn tropft, ist die Stimmung ausgelassen. Erst am Abend, als sich die Temperaturen etwas abkühlen, füllt sich das Gelände mehr und mehr, und es wird fröhlich gefestet.
Amüsanter Höhepunkt mit einem besonderen Preis
Jedes Jahr aufs Neue lockt die Dürntner Chilbi mit ihren traditionellen Attraktionen, Ständen und Fahrgeschäften Tausende Besuchende an. Doch ein aussergewöhnliches Highlight hat es den Chilbi-Gästen besonders angetan: der Bullshit-Wettbewerb.
Im Rahmen der Verlosung wird am Sonntagnachmittag ein junger Muni auf ein zirka 1000-fach unterteiltes Feld gebracht. Der Zufall, in welchem Feld der Muni mistet, entscheidet, wer das Tier als Gewinnerpreis mit nach Hause nehmen darf.

Die zirka 1000 Lose für das Wettspiel waren in diesem Jahr bereits am Samstag restlos ausverkauft, wer am Sonntag noch sein Glück versuchen wollte, ging leer aus. «Der Bullshit-Wettbewerb erfreut sich extremer Beliebtheit, denn es geht schliesslich auch um einen wertvollen Preis», so Artho.
«So ein Muni ist um die 1500 Franken wert. Die meisten Gewinner verkaufen das Tier nach Erhalt wieder und freuen sich über das Geld.» Denn es würden nicht nur Bauern am Wettbewerb teilnehmen. «Wirklich mit nach Hause nehmen den Muni die wenigsten Gewinner», schmunzelt er.
Pünktlich um 17 Uhr ist es dann so weit, und Muni Bolero betritt das Feld. Ein Grossteil der Chilbi-Besuchenden versammelt sich um das Areal und verfolgt wachsam jede Bewegung des jungen Bullen.
Video: Isabelle Block
Doch bereits nach fünf Minuten ist das Spektakel vorbei, und Bolero hat sein Gewinnerfeld auserwählt.
Vom glücklichen Sieger fehlt am Montag noch jede Spur. Das OK hofft nun, dass sich der Gewinner oder die Gewinnerin zeitnah meldet. Macht sich der Gewinner oder die Gewinnerin innerhalb von zehn Tagen nicht bemerkbar, so verfällt der Gewinn, und der Muni geht zurück an den Dürntner Bauern, der ihn organisiert hat.
