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Heikle öffentliche Aufnahmen von Dübendorf bis Paris

Der Dübendorfer Peter Jenni bekam es mit dem französischen Staat zu tun, nachdem er die Glaspyramide vor dem Louvre abgelichtet hatte.

Diese Skulptur ist an der Zürichstrasse zu finden und ein gutes Beispiel für Kunst im öffentlichen Raum in Dübendorf.

Foto: Doris Hölling

Heikle öffentliche Aufnahmen von Dübendorf bis Paris

Serie – Fotoklub Dübendorf

Fotografieren im öffentlichen Raum kann problematisch sein. Fotoklub-Präsident Peter Jenni musste das leidvoll erfahren, nachdem er die Glaspyramide vor dem Louvre abgelichtet hatte.

Peter Jenni

Präsident Fotoklub Dübendorf

Zum Glück herrscht in der Schweiz die sogenannte Panoramafreiheit. Wir dürfen also auf allen öffentlichen Strassen und Plätzen Aufnahmen von Gebäuden und Kunstwerken machen, die wir dort antreffen. Ein heikler Punkt sind hingegen Bahnhöfe. Von den SBB werden diese als halböffentlicher Grund angegeben. Als Privatperson darf man wohl für nicht kommerzielle Zwecke fotografieren, dabei jedoch den Reiseverkehr und die Personen im Bahnhof nicht behindern oder belästigen.

Strenger sieht es in geschlossenen Räumen, Museen, Kirchen und Galerien aus. Hier ist es angebracht, dass man sich vorab informiert. In der Regel ist das Fotografieren nicht erlaubt.

Wenn die Franzosen eine Löschung verlangen

Viel restriktiver sind die Bestimmungen in anderen Ländern. Bevor man also eine Reise antritt, sollte man sich unbedingt über die sogenannte Panoramafreiheit im jeweiligen Land erkunden.

Vor Jahren wurde mir das selbst zum Verhängnis. Ich habe auf dem Vorplatz des Louvre in Paris ein Bild der Glaspyramiden gemacht und dieses in einer Community veröffentlicht. Postwendend wurde ich vom französischen Kulturministerium angeschrieben, dieses Bild zu löschen oder eine Berechtigung vorzulegen.

Wenn wir in Dübendorf durch die Strassen gehen, treffen wir natürlich nicht auf Schritt und Tritt auf Kunst. Oft ist es auch so, dass wir an einem Kunstobjekt vorbeigehen, weil wir dieses schon so oft gesehen haben und es gar nicht mehr wahrnehmen.

Von Graffiti bis Architektur

Trotzdem bin ich der Ansicht, auch in Dübendorf hat es genügend Platz für Kunst im öffentlichen Raum. Nur wird dieser zu wenig genutzt und gefördert. Kunst muss nicht immer die Form einer Eisenplastik oder einer Steinstatue haben. Sie darf auch ein Graffiti sein, nur sollte dieses nicht unbedingt eine Unterführung zieren, die nachher von Vandalen heimgesucht wird.

Eigentlich ein gutes Beispiel ist das Polizeigebäude mitten in der Stadt. Ornamente und schön gedämpfte Farben geben dem Gebäude eine attraktive Ansicht. Auch Architektur gehört zur Kunst. Ein gutes Beispiel hierfür ist etwa das «Nest», ein Gebäude der Empa in Dübendorf.

Wir sollten einfach mutiger sein. Kunst ist dann, wenn man darüber spricht, im Positiven, aber auch im Negativen. Meist hilft es uns, ein Werk zu verstehen, wenn wir die Beweggründe des Künstlers verstehen, der es erschaffen hat.

Plagiat oder neue Kunst?

In der Wettbewerbsfotografie ist das Ablichten eines Kunstwerks oft verpönt. Meist kommt es zu Diskussionen: Haben wir ein Plagiat erschaffen, oder setzen wir die Idee des Kunstwerks neu um? Schmücken wir uns mit fremden Federn, oder schaffen wir eine neue Ansicht?

Jubiläum

In einer vierteiligen Serie stellt der Fotoklub Dübendorf einen Teil seiner Arbeit im «Glattaler» vor. Aufs 100-Jahr-Jubiläum hat der Verein zudem einen Wettbewerb mit Geldpreisen für die breite Bevölkerung lanciert. Teilnahmeschluss ist der 1. September. Weitere Infos und Bedingungen: www.fotoklub-duebendorf.ch.

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