Ein Trip nach New York
Show mit 200 Tänzerinnen und Tänzern
Zum vierten Mal stellte die Tanzschule Arte-Danza eine Tanzshow auf die Beine, die das Publikum an drei Aufführungen von den Sitzen riss.
Freudig angespannt stehen die rund 220 Tanzschülerinnen und -schüler aus dem ganzen Oberland am Freitagabend im Hombrechtiker Gemeindesaal Blatten in Reih und Glied und warten darauf, dass ihre Gruppe auf die Bühne zitiert wird.
Das Lampenfieber der Akteure zwischen 4 und 40 Jahren ist förmlich greifbar. Es ist die Hauptprobe vor den grossen Shows zum Thema «New York» am Samstag und Sonntag, die jeweils 500 Plätze waren schon Wochen vorher restlos ausverkauft.
Keine reine Familiensache
Es sitzen aber nicht nur die Familien der Tänzerinnen im Publikum – auch unbeteiligte Externe haben sich Plätze für das Spektakel ergattert. «Wir haben ein durchmischtes Publikum, ältere und jüngere Menschen, die sich fürs Tanzen begeistern», freut sich Katja Mastroianni.
Sie ist die Gründerin und Inhaberin der Hombrechtiker Tanzschule Arte-Danza und für die Idee, Planung, Organisation und Regie zuständig.

Während ihre jüngsten Schülerinnen zwischen vier und sechs Jahren als Eichhörnchen, Mäuse, Schmetterlinge oder Krebsli verkleidet auf der Bühne herumschweben, sitzt sie selbst hinter dem Regiepult und koordiniert die Aufführung.
«Es erfüllt mich mit Stolz, zu sehen, wie meine Mädels ihren Auftritt so selbständig meistern», zeigt sich die Tanzpädagogin sichtlich gerührt. Gerade bei kleineren Kindern sei die Vorbereitung von immenser Bedeutung: «Sie brauchen eine Geschichte, um in ihren Auftritt einzutauchen», erklärt sie.
Sie hat rund ein Jahr vor der Show angefangen, Bücher über New York mit ihnen anzuschauen und Geschichten aufzubauen. So startet beispielsweise die tänzerische Tour durch die «Stadt, die niemals schläft», im Central Park, wo sich Strassenkünstler, Schwäne und Eichhörnchen tummeln und Strassenfeger bei der Arbeit sind.
Die Geschichte zieht sich durch die ganze Aufführung, und der Zuschauer findet sich mal in China Town, mal in der Bronx oder an den Fashion Weeks wieder. Dabei wird die ganze Bandbreite an verschiedenen Tanzrichtungen gezeigt – von klassischem Ballett über Jazz bis zu Hip-Hop.
Lampenfieber gehört dazu
Für die Choreografie sind Katja Mastroianni und ihre Teamkolleginnen, die auch an den Aufführungen tatkräftig mitanpacken, zuständig. Ein grosses Helfernetzwerk unter anderen mit Müttern, die in der Garderobe Hilfestellungen bieten, sorgt ebenfalls für einen reibungslosen Ablauf.
Nach der Pause werden die Schülerinnen von einer Choreografie ihrer Tanzlehrerinnen überrascht: «Sie haben uns schon so oft gefragt, ob wir auch einen Act zeigen würden», erklärt die Schulleiterin augenzwinkernd.
Im stillen Kämmerlein hätten sie dann etwas einstudiert, «um ihrem Wunsch nachzukommen und ihnen zu zeigen, dass auch wir noch Lampenfieber haben vor einem Auftritt».
Der Aufwand für eine Show dieser Grösse ist immens. Doch wenn Katja Mastroianni die glücklichen Gesichter der Tänzerinnen sieht, rechtfertigt dies jeglichen Aufwand. Denn «das ist Tanzen – auf der Bühne und vor Publikum», so die leidenschaftliche Tanzpädagogin.
Gemeinsame Erinnerung
Die 16-jährige Jara Brägger aus Wolfhausen tanzt seit einem Jahr bei Arte-Danza, davor hatte sie Auftritte mit der Mädchenriege, wo Tanzen auch zum Stundenplan gehört: «Beim Tanzen fühle ich mich frei und vergesse alles um mich herum. Ich finde es cool, in einer Gruppe mitzuwirken, gemeinsam etwas zu schaffen, das einem noch lange in Erinnerung bleiben wird.»
Alles andere wird unwichtig
Die 12-jährige Anna Donner aus Wolfhausen hat ihren zweiten Auftritt: «Ich tanze ungefähr seit meinem vierten Lebensjahr. Ich bin sehr aufgeregt und hoffe, dass wir nichts vergessen oder etwas schiefläuft. Mir gefällt, dass wir nicht nur klassisch tanzen und wir coole Lehrerinnen haben.»
Sarah Jurczyk aus Hombrechtikon ist 11-jährig, auch bei ihr gehört Tanzen seit ihrem sechsten Lebensjahr zum Leben: «Beim Tanzen komme ich komplett aus mir raus. In diesem Moment realisiere ich nicht mehr, wie andere mich wahrnehmen, sondern kann einfach mich sein und fühle mich sehr selbstbewusst.»
Hahn im Korb
Alessandro Gobbin aus Hombrechtikon ist einer von drei Jungs bei Arte-Danza. Der 15-Jährige tanzt seit fünf Jahren: «Tanzen hat mir schon immer Spass gemacht. Dies ist mein zweiter Auftritt, ich bin eigentlich ganz entspannt. Wenn ein Fehler passiert, ist es einfach wichtig, ganz ruhig zu bleiben, dann läufts wieder. Klar ziehen mich einige meiner Mitschüler manchmal damit auf, dass ich als fast einziger Junge diesen Sport ausübe. Die meisten von ihnen sind aber neidisch, dass ich bei meinem Hobby von so vielen Mädels umgeben bin.»