Kezo erhält Geld vom Kanton für Umweltprojekt
Neuartige Technologie
Die Kezo plant mit einer speziellen Technologie, ihren CO2-Ausstoss zu reduzieren. Der Kanton unterstützt das Projekt mit einem Millionenbetrag.
Bis im Jahr 2030 will die Kehrichtverwertung Zürcher Oberland (Kezo) in Hinwil einen Neubau errichten. Das Projekt ist auf Kurs. Im November haben die Gemeinden des Zweckverbands einem Planungskredit zugestimmt.
Parallel dazu arbeitet die Kezo an einem Pilotprojekt. Mit der sogenannten «Carbon Capture»-Technologie will sie der Umwelt Kohlenstoffdioxid (CO2) entziehen und dadurch die CO2-Bilanz der Anlage künftig verbessern. Die Kezo rechnet damit, dass die rund 120’000 Tonnen CO2, die bei der thermischen Abfallverwertung anfallen, dadurch nicht in die Atmosphäre gelangen würden.
Ersatz für Bundessubventionen
Nun hat der Zürcher Regierungsrat beschlossen, das Projekt finanziell zu unterstützen. 2 Millionen Franken sollen für die HPC-Pilotanlage zur CO2-Abscheidung nach Hinwil fliessen. Insgesamt sind für den Bau und den Unterhalt der Anlage Kosten von rund 6,4 Millionen Franken veranschlagt.
Der Kanton springt damit für den Bund ein. Das Bundesamt für Energie wollte das Projekt ursprünglich mit bis zu 3 Millionen Franken unterstützen, musste die Subventionen wegen der Sparvorschläge des Bundesrats im Oktober 2024 aber wieder zurückziehen.
Schweizweite Bedeutung
Bei der HPC-Technologie handle es sich um ein neues und innovatives Verfahren, hält der Regierungsrat in seinem Beschluss fest. Sie basiert auf der Grundlage von Kaliumcarbonat (HPC, Hot Potassium Carbonate). In anderen Anwendungsbereichen sei das Verfahren bereits etabliert.
Die Umsetzung in einer Kehrichtverwertungsanlage sei aber eine besondere Herausforderung. Die Zusammensetzung der Rauchgase, denen das CO2 entzogen werden soll, sei sehr komplex und variabel. Mit der Pilotanlage soll während fünf Jahren getestet werden, ob das Verfahren in der Praxis funktioniert.
Der Regierungsrat begründet seine Unterstützung unter anderem damit, dass bisherige CO2-Abscheidungsverfahren sehr viel Strom und Wärme benötigen würden. Hinzu kämen weitere Nachteile. Die Ergebnisse aus der Versuchsanlage in Hinwil haben damit auch eine Bedeutung für weitere Kehrichtverwertungsanlagen in der Schweiz.
Sollte sich das Vorgehen bewähren, könnte die neuartige «Carbon Capture»-Technologie des Winterthurer Unternehmens Sulzer Chemtech bei weiteren Anlagen zum Einsatz kommen, die jährlich mehr als 100’000 Tonnen CO2 ausstossen.