Kantonaler Jugendsporttag in Rüti – ein Tag aus vier Perspektiven
Höhepunkt im Turnerjahr 2026
Rund 2000 Kinder und Jugendliche sowie zahlreiche Betreuer haben am Wochenende am Jugendsporttag in Rüti teilgenommen. Wir haben vier von ihnen am Sonntag begleitet.
Zum Autor: Hans Jörg Burkhard ist OK-Mitglied des Jugendsporttags Rüti
Der Tag beginnt
Sonntagmorgen. Es wird ein sonniger Tag, auch zur Freude vieler Mütter am Muttertag. In Rüti findet der Kantonale Jugendsporttag (Juspo) statt. Rund 2000 Kinder und Jugendliche sind im Einsatz.
Bei Tagesanbruch vibriert in vielen Schlafzimmern das Handy. Die 7-jährige Aline vom Turnverein Mettmenstetten ist sofort hellwach. Vorfreude und Nervosität wechseln sich ab. Ruhiger geht es auf der anderen Seite des Zürichsees zu, wo Laurin, 14-jährig, vom Turnverein Männedorf in den Tag startet.
Während die Kinder noch frühstücken, ist OK-Präsident Urs längst unterwegs, verschafft sich einen Überblick über das Gelände und begrüsst die ersten Helfenden. Wisi vom Turnverein Rüti, 86 Jahre alt und eidgenössischer Turnveteran, macht sich ebenfalls auf den Weg. Für ihn ist der Juspo ein Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern.
Zwischen Perron und Wettkampf
Für Aline beginnt das Abenteuer auf dem Perron in Mettmenstetten. Gemeinsam mit ihrer Jugendriege fährt sie mit dem ÖV nach Rüti. Auf dem Festplatz angekommen, läuft sie mit ihrer Gruppe mit. Zur gleichen Zeit bereitet sich Laurin in einer anderen Ecke der Anlage konzentriert auf seine ersten Einsätze vor.
Springen, rennen, anfeuern
Jetzt stehen Aline und Laurin im Mittelpunkt. Alines Lieblingsdisziplin ist Weitsprung, bei ihrem zweiten Versuch schafft sie starke 2,61 Meter. Laurin erlebt den Wettkampf etwas gelassener, aber nicht weniger intensiv. Konzentriert absolviert er die verschiedenen Disziplinen und versucht, an jedem Posten sein Bestes zu geben.
Rund um die Anlagen wird angefeuert und mitgefiebert. Mal läuft alles perfekt, mal gibt es kleine Unsicherheiten. Für die Kinder und Jugendlichen zählt nicht nur das Resultat, sondern auch das gemeinsame Erlebnis mit ihrem Verein.
Ghackets mit Hörnli
Über Mittag kehrt kurz Ruhe ein. In der Festwirtschaft werden Ghackets mit Hörnli, Bratwürste und Hamburger serviert. Aline sitzt mit ihrer Gruppe zusammen, Laurin bespricht mit seinen Teamkollegen den bisherigen Wettkampf. Auch Wisi geniesst die Pause und begrüsst bekannte Gesichter. Für Urs geht der Tag eng getaktet weiter.
Nach dem Mittagessen betont Regierungsrat Mario Fehr (parteilos) in seiner Festansprache die verbindende Kraft des Sports. Sport habe Vorbildcharakter, integriere und sei ein wichtiger Kitt für die Gesellschaft. Gleichzeitig würdigt er Gemeindepräsidentin Yvonne Bürgin (Die Mitte), die den Sport in Rüti aktiv fördere und selbst mit gutem Beispiel vorangehe.
Müde Beine und leuchtende Augen
Am Nachmittag werden die Beine schwerer. Nach den Leichtathletikdisziplinen am Morgen stehen nun die Spiele im Mittelpunkt. Beim Jägerball wird ausgewichen und angefeuert, beim Linienball sind Übersicht und Teamarbeit gefragt. Aline kämpft motiviert mit ihrer Gruppe, Laurin bringt bei den Spielen seine Erfahrung ein und führt sein Team mit Übersicht an. Wisi verfolgt das Geschehen auf dem Gelände. Gleichzeitig laufen bei Urs die Vorbereitungen für die Rangverkündigung.
Zum Abschluss werden Platzierungen beklatscht, Medaillen entgegengenommen und Erinnerungsfotos gemacht. Aline freut sich über ihre Silbermedaille bei den Mädchen, Kategorie E. Langsam leert sich das Gelände. Nach einem langen Tag sitzen das Organisationskomitee und die Helfenden bei Bier und Bratwurst zusammen und lassen den Anlass Revue passieren.
Am Abend fallen viele müde, aber glücklich ins Bett und spüren vielleicht erst jetzt, wie solche Tage zusammenschweissen können. Es entstehen Freundschaften, Bilder und Emotionen bleiben lange in Erinnerung. Diese Erlebnisse bilden oft die Basis für weitere sportliche Erfolge. Vier Menschen, vier Blickwinkel, ein Tag voller gemeinsamer Erinnerungen.