Kanton schiebt dem geplanten Bikepark in Pfäffikon einen Riegel vor
Verein hat weiterhin Hoffnung
Er hatte gehofft, spätestens in einem Jahr mit der Installation des neuen Bikeparks in Pfäffikon beginnen zu können, nun erhielt der Verein Bikepark Pfäffikon eine Abfuhr. Doch der Vorstand bleibt optimistisch.
Der Verein Bikepark Pfäffikon hat Post erhalten: einen Hindernisbrief des Kantons Zürich. Darin steckt nicht etwa die erwünschte Baubewilligung für den geplanten Bikepark im Wald beim Reservoir Pfaffberg. Im Gegenteil, der Kanton teilt dem Verein mit, dass unter den aktuellen Umständen keine Bewilligung möglich ist. Denn gleich zwei Voraussetzungen seien für eine abschliessende Beurteilung nicht erfüllt.
Das Projekt müsste einerseits in Koordination mit dem Waldentwicklungsplan 2025 erfolgen – doch dieser ist aktuell noch gar nicht in Kraft. «Daher schlägt die Abteilung Wald vor, das Gesuch für zirka ein Jahr zu sistieren», heisst es im Hindernisbrief.
Andererseits müsste der Bikepark Pfäffikon die Planungsgrundsätze des Mountainbike-Konzepts des Kantons Zürich einhalten. «Das erwähnte Konzept ist in zirka einem Jahr verfügbar», schreibt die Baudirektion. «Die Abteilung Wald rechnet auch hier mit rund einem Jahr Wartefrist.» Daher sei das Projekt nicht bewilligungsfähig, und das Baugesuch werde bis auf Weiteres sistiert.
Gemeinde stärkt Verein den Rücken
«So lange wollen wir nicht warten», sagt Roger Hartmeier, Präsident des Vereins. «Wir wollen jetzt eine rechtsverbindliche Abklärung aufgrund der heute aktuellen Gesetzeslage.» Eine Verzögerung von zwei oder gar drei Jahren würde in seinen Augen das ganze Projekt gefährden. «Es könnten Sponsoren abspringen, oder schlimmstenfalls würde sich herausstellen, dass an dem Ort plötzlich gar kein Bikepark möglich ist.»
Auch wenn die beiden künftigen gesetzlichen Grundlagen noch nicht in Kraft seien, seien deren zentrale Anliegen von Anfang an in der Planung und im Baugesuch mitberücksichtigt worden: Schutz der Natur, gezielte Lenkung der Besucherströme, Förderung eines sicheren und verantwortungsvollen Bike-Sports, Integration in bestehende Naherholungsräume.
Der Vereinsvorstand hat sich darum einstimmig dazu entschieden, gemeinsam mit der Gemeinde das Baugesuch im «formell koordinierten und kostenpflichtigen Verfahren» weiterbearbeiten zu lassen. Oder anders formuliert: Der Verein hat Einsprache gegen den Hindernisbrief eingereicht und fordert die Weiterbearbeitung des Projekts – mit Rückendeckung durch die Gemeinde.
Dass sich auch die Gemeinde Pfäffikon für einen Bikepark starkmacht, hat seinen Ursprung in diversen Mitwirkungsveranstaltungen. «Dabei kam klar zum Ausdruck, dass die Bevölkerung sich mehr Freiräume für Freizeitaktivitäten wünscht», schreibt der Gemeinderat in seiner Stellungnahme zum Baugesuch.
Auch sei in diesen Veranstaltungen der Wunsch nach einer Pumptrack-Anlage geäussert worden. «In der Region werden aber aktuell sehr viele solcher Anlagen realisiert oder Projekte genehmigt, weshalb der Gemeinderat Pfäffikon auf ein solches Vorhaben verzichtet und einen alternativen Bikepark bevorzugt», heisst es abschliessend.
Guetsli für den Bikepark
Rund 130’000 Franken würde die Erstellung des Outdoor-Bikeparks mit drei Routen kosten. «Es werden aber keine öffentlichen Mittel für den Bau verwendet – die Finanzierung läuft über Spenden, Gönner und Sponsoren», sagt Hartmeier. Die Gemeinde stellt lediglich das Land zur Verfügung. Die Spendensammlung zur Deckung der Baukosten läuft seit Februar. «Bisher ist rund die Hälfte des nötigen Geldes zusammengekommen», sagt Roger Hartmeier zufrieden.
Auf der Website des Vereins läuft indes als Reaktion auf den Hindernisbrief eine Art Unterschriftensammlung, wo sich jeder eintragen kann, der den Bikepark symbolisch unterstützen will. «Ein digitales Schulterklopfen, ein Symbol für Zusammenhalt.» Bisher haben sich rund 350 Personen eingetragen.
Dass ein Grossteil der Pfäffikerinnen und Pfäffiker hinter dem Bikepark steht, wird zudem regelmässig an Roger Hartmeier herangetragen. «Eltern erzählen von Kindern, die den Park kaum erwarten können. Vereine, Private und Unternehmen melden sich freiwillig, um beim Bau mit anzupacken.» Pfäffiker Kinder haben sogar schon Guetsli gebacken und den Erlös ihres Verkaufsstands dem Verein übergeben.
«Wir sind noch nicht einmal aktiv auf Sponsorensuche, und die Firmen melden sich bereits bei uns, weil sie uns unterstützen wollen», sagt Hartmeier. «Die vielen positiven Reaktionen sind der Wahnsinn, aber noch sind uns die Hände gebunden.»
Nun hoffen er und die weiteren Vereinsmitglieder, möglichst bald in einem Gespräch mit den Kantonsvertretern ihre Sicht darlegen und die grosse Anzahl der Unterstützer präsentieren zu können. «Wir wollen zeigen, dass wir gesetzeskonform vorwärtsmachen wollen», sagt Hartmeier und ergänzt: «Der Kanton soll sich doch ein Schüpfli geben.»