Todesfahrer vom Atzmännig: «Ich habe versucht, meinem Freund zu helfen»
Bei den Sportbahnen Atzmännig stürzt 2024 ein Auto in den Goldingerbach. Der Fahrer konnte sich retten, der Beifahrer starb jedoch. Nun stand der Fahrer in Uznach vor Gericht.
Es ist der schwierigste Moment des Tages – für den jungen Mann auf der Anklagebank ebenso wie für die Eltern und die Schwester des Verstorbenen, die im Verhandlungssaal im Uzner Rathaus sitzen. Der Richter hat den Beschuldigten soeben gefragt, was er unmittelbar nachdem sein Audi auf dem Dach im Goldingerbach landete, gemacht hatte.
Der Angeklagte atmet schwer, ringt sichtlich mit der Fassung. Dann erzählt er. Das Wasser sei ganz schnell gekommen. Er habe sich abgegurtet, Wasser geschluckt und sich an irgendetwas entlanggezogen. «Ich konnte teils nicht atmen.» Im hinteren Teil des Autos habe er den Kopf dann wieder über Wasser gehabt. Und seinen Freund gesehen, der noch auf dem Beifahrersitz sass. Mit dem Kopf unter Wasser.
Er habe versucht, ihn hochzuziehen. Ihn bei der Hand genommen, um ihm den Weg in den hinteren Teil des Autos zu weisen. «Ich habe es aber nicht geschafft.» Sein Freund habe seine Hand dann noch einmal ganz fest gedrückt, erzählt der Angeklagte und beginnt zu weinen. Der Vater des Toten stürmt aus dem Verhandlungssaal. Die Tür schlägt geräuschvoll ins Schloss.

