Viereinhalb Jahre Gefängnis für Schuss auf Kirchenpfleger in Wald
Bezirksgericht Hinwil
Nach einem Gottesdienst in Wald wird ein Kirchenpfleger angeschossen. Auch wenn die Verletzung vergleichsweise leicht ausfiel, muss der Täter nun mehrere Jahre hinter Gittern verbringen.
«Mein Leben ist recht kompliziert», sagte der 42-Jährige, der kürzlich vor dem Bezirksgericht Hinwil stand. Schon als Baby kam der Italiener zu Pflegeeltern ins Zürcher Oberland. Es folgten ein Heimaufenthalt, ein erster Kontakt zu Hanf und später zu Heroin, verschiedenste Jobs, dazwischen mehrere Entzugstherapien. Und am Schluss eine sehr angespannte Beziehung zu seiner Schweizer Pflegemutter und ihrer Familie.
Und wegen dieser Spannungen wollte er an einem Sonntagmorgen im Oktober 2024 «den Dialog suchen». Er ging deshalb in die reformierte Kirche Wald, wo die Pflegemutter gerade den Gottesdienst besuchte. Da ihm andere Kirchenbesucher zu verstehen gaben, er solle das Gebäude verlassen, sagte er der Pflegemutter, er warte draussen auf sie, und ging raus.
Als die 85-Jährige dann auch die Kirche verliess, wurde der Italiener von einem Begleiter der Frau weggedrängt. Es wurde laut, und ein Kirchenpfleger kam hinzu.

