Das kleine Wetzikon und die grosse Mafia
Keine Einzelfälle?
Was hat die Stadt Wetzikon mit der Mafia am Hut? Grundsätzlich nicht viel, wenn man von der Partnerstadt, deren Bürgermeister und einer Verhaftung im Januar absieht. Oder ist da noch mehr?
Praktisch jeder kennt sie zumindest aus weltberühmten Spielfilmen. Diese verschwiegene Welt, in der Ehre und Zusammenhalt hochgehalten wird, übt auch auf manches Nichtmitglied eine gewisse Faszination aus: In Wahrheit entpuppt sich «La Cosa Nostra» (unsere Sache) jedoch stets als eine mörderische Schlangengrube, in der sich letztlich doch jeder selbst am nächsten ist – ob grosser Mafia-Boss oder kleiner Fusssoldat.
Mafiastrukturen im Thurgau oder im Tessin? Grundsätzlich nichts neues. Schon 2006 ging ein Bericht über ein Treffen der Ndrangheta in einem Boccia-Club im kleinen Dorf Wängi TG um die Welt. Laut Experten sollen inzwischen bereits zweite oder gar dritte Generationen am Ruder sein, die sich in der Ostschweiz heimisch fühlen.
Doch in jüngster Vergangenheit kam sogar die Stadt Wetzikon – wenn auch völlig unbescholten – immer wieder mit der Mafia, genauer der Ndrangheta, der in der Schweiz am stärksten vertretenen Mafiaorganisation, in «Berührung». Ob sich organisierte Kriminelle aus Kalabrien in der beschaulichen Kleinstadt im Oberland bereits eingenistet haben? Dieser Frage wollen wir – soweit möglich – nachgehen.

