Mitarbeiter drohte mit Massaker in Migros Uster
Mann verurteilt
Ein Angestellter der Migros in Uster kündigte an, eine Mitarbeiterin umzubringen und danach noch für weitere Opfer zu sorgen. Dafür wurde er nun bestraft.
Es war ein Frühsommertag im Jahr 2025, als ein Mitarbeiter der Migros-Filiale Uster West seine Gewaltphantasien offenbarte. Der damals 20-Jährige tat dies am Arbeitsort gegenüber einer Kollegin, die gerade damit beschäftigt war, mit einem kleinen Teppichmesser einen Karton aufzuschneiden.
«Ich habe ein grosses Messer»
Dabei sagte ihr der Mann, sie habe ja nur ein kleines Messer, aber «ich habe ein grosses Messer dabei. Willst du es sehen?» Zwar sei sein Messer auch nicht sehr gross, «aber es reicht bis zum Knochen».
Neben diesen Sätzen – die ein Staatsanwalt später als mehrfache «implizite sowie explizite» Todesdrohungen einstufte, wie einem kürzlich von der regionalen Staatsanwaltschaft erlassenen Strafbefehl zu entnehmen ist – sagte der Mann: «Du bist immer so müde, ich werde dich umbringen.» Denn nach ihrem Tod, da sei sie «nicht mehr müde».
Er hätte die Armeewaffe benutzt
Dann wurden die Drohungen extremer. Der Mann kündigte der Kollegin an, wenn er ins Militär gehe und dort eine Waffe erhalte, werde er damit an den Arbeitsplatz zurückkommen und bei der Eingangstür «herumschiessen».
Als Erstes werde er sie töten. Und danach «werde er in der Migros noch weitere Personen erschiessen», wie die Aussagen im Strafbefehl wiedergegeben werden.
Die Mitarbeiterin entgegnete ihm darauf, dass sie das überhaupt nicht lustig finde. Als sie ihn an eine ähnliche Tat im Ausland erinnerte, antwortete er, das sei überhaupt nichts gewesen.
Waffen beschlagnahmt
Das Gespräch führte zu einer Anzeige gegen den Mann, der eine Woche nach seinen Ankündigungen festgenommen wurde und zwei Tage in Haft verbrachte. Das folgende Strafverfahren wurde nun mit einer Verurteilung wegen Drohung sowie Vergehen gegen das Waffengesetz abgeschlossen.
Der Mann fasste eine bedingte Geldstrafe von 80 Tagessätzen à 30 Franken. Bezahlen muss er eine Busse von 500 Franken sowie Verfahrenskosten von 800 Franken. Sechs bei ihm zu Hause beschlagnahmte Messer und drei Spielzeugwaffen werden vernichtet.
Gewalt melden
Opfer, aber auch Zeugen einer Gewalttat und Menschen, die eine solche Tat befürchten, sollen sich sofort und rund um die Uhr über den Polizeinotruf 117 melden. Umfassende Informationen zum Thema gibt es unter anderem auf der Website des Kantonalen Bedrohungsmanagements Zürich, https://www.kbm.zh.ch/. (ehi)
