Wenn eine Frau vom Ehemann sowie vom Liebhaber überwacht wird
Freispruch in Beziehungsstreit
Eine Verheiratete hat eine Affäre. Sowohl ihr Gatte wie ihr Lover trauen der Frau aber nicht und beobachten sie. Das endet mit einem Prozess in Hinwil, bei dem der Angeklagte von der schlechten Beweislage profitiert.
Es war ein sehr ungewöhnlicher Fall von Stalking – dem gezielten, fortlaufenden Nachstellen und Belästigen einer Person –, den das Bezirksgericht Hinwil kürzlich zu bearbeiten hatte. Denn für einmal soll der Stalker mindestens im teilweisen Einvernehmen mit seinem Opfer gehandelt haben. Oder war das Opfer überhaupt kein Opfer? Eine Frage, die auch am Schluss offenblieb.
Kamera im Schlafzimmer der Frau
Laut Anklageschrift hat ein Kosovare aus der Region rund ein halbes Jahr lang einer im selben Oberländer Bezirk wohnenden Albanerin nachgestellt. Dabei habe er sie nicht nur teilweise bis zu sechsmal täglich an ihrem Arbeitsort aufgesucht und im Geschäft einmal mit dem Tod bedroht, sondern er beschaffte sich mit einem Zweitschlüssel auch mehrfach Zutritt in ihre Wohnung. Dort soll er 1000 Franken gestohlen und Sachschäden angerichtet haben. Zum Beispiel, indem er das Stromkabel des Kühlschranks zerschnitt.

