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Sexklub-Betreiber verhindert Wohnungen in Schwerzenbach

Eigentlich sollten in der Nähe des Schwerzenbacher Bahnhofs längst mehrere Wohnungen stehen. Doch ein Puffbesitzer hat was dagegen.

Auf diesem Areal sollen über 100 Wohnungen gebaut werden. Doch seit Jahren wird das Projekt durch die Gerichte geschleift.

Foto: Simon Grässle

Sexklub-Betreiber verhindert Wohnungen in Schwerzenbach

Wohnungsbau verzögert sich weiter

Der Betreiber des Sexklubs Globe kämpft weiterhin gegen die geplanten 128 Wohnungen in der Nähe des Bahnhofs Schwerzenbach. Damit verzögert sich das Projekt erneut.

Die Überbauung Ifang in Schwerzenbach kommt weiterhin nicht vom Fleck. Das Areal liegt zwischen Bahnhofstrasse, Ifangstrasse und Chimlibach. Wenn es nach den Plänen der Bauherrin Helvetia ginge, würden die geplanten 128 Wohnungen mit Atelier- und Gewerberäumen längst stehen. Doch die Versicherungsgesellschaft, die Bauherrin ist, sieht sich immer wieder mit Rekursen konfrontiert.

Zuletzt zogen zwei Rekurrenten die Baubewilligung vor Gericht, die die Gemeinde Schwerzenbach im August 2022 für das Projekt erteilt hatte. Kürzlich hat das Baurekursgericht dazu einen Entscheid gefällt und sämtliche Beschwerden abgewiesen.

Die beiden Gegner des Bauvorhabens hatten im Vorfeld eine Reihe von Beanstandungen ins Feld geführt: Bedenken zu Mehrverkehr, Gewässerschutz, einem mangelnden Umgebungsplan oder Lärmbefürchtungen wegen der technischen Anlagen auf dem Dach und in der Tiefgarage.

Immer wieder Lärm

Lärm war vor ein paar Jahren schon Gegenstand eines Rekurses. Damals opponierte der Inhaber des benachbarten Sex-Etablissements Globe bis vors Verwaltungsgericht und erhielt im Jahr 2020 recht. Die Helvetia akzeptierte das Urteil und überarbeitete ihr Bauprojekt.

Natürlich sind wir über den Rekurs nicht begeistert.

Martin Hermann

Gemeindepräsident Schwerzenbach (FDP)

Auf Anfrage schreibt die Versicherung, dass sie im westlichen Teil des Gebäudes einzelne Wohneinheiten angepasst hat. Dies aufgrund der Lärmschutzauflagen, auf die der damalige Gerichtsentscheid gepocht hatte. Wo es laut ist, sind nun Räume eingeplant, in denen man sich nicht den ganzen Tag aufhält, also etwa Treppenhäuser oder Badezimmer.

Klubbesitzer kämpft weiter

Doch die Anpassungen reichen nicht, um Globe-Besitzer Ingo Heidbrink zu besänftigen. Auf Anfrage macht er keinen Hehl daraus, dass er erneut einer der Rekurrenten ist. Unbekannt bleibt dagegen der andere.

Heidbrink gibt allerdings auf schriftlichem Weg keine Auskunft darüber, was er vor Baurekursgericht moniert hatte. Zur Frage, ob er befürchte, dass die Wohnüberbauung die Freier abschrecke, schreibt Heidbrink: «Ich glaube nicht.»

Den Widerstand hält er dennoch aufrecht: «Wir haben das Urteil bereits ans Verwaltungsgericht weitergezogen.»

Dass dieses doch umfassende Wohnbauprojekt nicht vorankommt, missfällt auch der Gemeinde. Gemeindepräsident Martin Hermann (FDP) sagt dazu: «Natürlich sind wir über den Rekurs nicht begeistert. Doch selbstverständlich gehört es zum Recht des Rekurrenten, dies gerichtlich überprüfen zu lassen.»

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