Hunde jagten Rehkitz: Das wurde teuer für die Halterin
Oberländerin verurteilt
Wenn frei laufende Hunde ein Rehkitz aufspüren, endet das selten gut. So auch in diesem Fall, der ein Tier das Leben und eine Frau fast 3000 Franken kostete.
Mit gleich fünf Hunden war eine Zürcher Oberländerin an einem späten Nachmittag Anfang Dezember 2023 im Grünen oberhalb von Stäfa unterwegs. Dabei «liess sie die Hunde von der Leine», wie in einem kürzlich von der regionalen Staatsanwaltschaft erlassenen Strafbefehl nachzulesen ist.
Reh musste erschossen werden
Die Hunde nahmen dann die Fährte eines Rehkitzes auf – und es passierte, was in solchen Fällen fast immer passiert: Die Vierbeiner rannten über ein Feld in Richtung des nahen Walds und verfolgten das Kitz.
Als die Hunde das Reh erreichten, «bissen sie dieses am ganzen Körper». Dabei wurde das Kitz so schwer verletzt, dass es vom ausgerückten Jagdaufseher mit einem Schuss erlöst werden musste.
Staatsanwaltschaft: Verhalten der Hunde war voraussehbar
Gegen die Zürcher Oberländerin wurde ein Strafverfahren eröffnet, das nun mit einer Verurteilung wegen fahrlässiger Tierquälerei, einer Übertretung des Bundesgesetzes über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel und einer Übertretung des Hundegesetzes endete.
Die Frau erhielt eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen à 100 Franken. Dazu kommen Verfahrenskosten von 800 Franken, total also 2800 Franken. Auf den Widerruf einer früheren bedingten Geldstrafe wurde verzichtet, allerdings deren Probezeit verlängert.
Zur Jagd auf das junge Reh war es nach Ansicht der Staatsanwaltschaft «nur gekommen, weil es die Beschuldigte entgegen ihren Pflichten unterlassen hatte, die Hunde in diesem frei zugänglichen Raum und am Waldrand anzuleinen oder diese anderweitig am Weglaufen zu hindern». Indem die Frau die Hunde frei laufen gelassen habe, sei für sie «die Möglichkeit eines Angriffs voraussehbar» gewesen.
