Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Justiz

Prozess zu Spiess-Hegglin-Stalking geplatzt

Ein Stalking-Prozess vor dem Bezirksgericht Pfäffikon ist geplatzt, weil sich einer der zwei Beschuldigten bedroht fühlte.

Ein Prozess vor dem Bezirksgericht Pfäffikon platzte, weil sich ein Beschuldigter bedroht fühlte.

Foto: Nicolas Zonvi

Prozess zu Spiess-Hegglin-Stalking geplatzt

Bezirksgericht Pfäffikon

Zwei Oberländer hätten sich vor dem Gericht in Pfäffikon verantworten müssen, weil sie Jolanda Spiess-Hegglin massiv gestalkt haben sollen. «Hätten», denn die Verhandlung platzte, weil einer der Beschuldigten davonlief.

Die Vorwürfe waren happig: In einer Serie von Beiträgen – das Opfer spricht von «über 200» - sollen zwei Männer aus dem Zürcher Oberland vor etwa vier Jahren die frühere Zuger Kantonsrätin Jolanda Spiess-Hegglin im digitalen Raum beleidigt, beschimpft und bedroht haben.

Das ging laut Anklage über Bezeichnungen wie die «die linke Oberzicke» bis zu einem gefälschten Interview mit ihrem Ehemann und der Publikation von Pornobildern, bei denen das Gesicht der Darstellerinnen mit demjenigen der Ex-Politikerin ausgewechselt wurde.

Ausschluss eines Zuschauers gefordert

Die heute 49- und 79-jährigen Angeklagten waren für den Dienstag zu einer Einzelrichter-Verhandlung ans Bezirksgericht Pfäffikon vorgeladen – ein Prozess, der schon vor seinem «richtigen» Beginn scheiterte.

Denn bereits im Rahmen der vom Gericht jeweils gewährten «Vorfragen» stellte der jüngere Beschuldigte den Antrag, einer der vier anwesenden Zuschauer müsse den Saal verlassen. Falls das nicht sofort passiere, gehe er.

Nun gibt’s eine Busse von 500 Franken

Der 49-jährige begründete seinen Antrag damit, dass der Zuschauer ihn im Vorfeld bedroht und online Falschinformationen über ihn verbreitet habe. Der Besucher, der Stellung zu den Vorwürfen nehmen durfte, widersprach dem jedoch.

Der Richter lehnte den Ausschlussantrag ab und wies den Angeklagten darauf hin, dass er trotzdem weiter dem Prozess beiwohnen müsse. Wenn er nun gehe, werde der Prozess abgebrochen und der Beschuldigte erhalte eine Busse von 500 Franken.

Und genau das passierte, als der 49-jährige Sekunden später aufstand und den Saal verliess – ein Ereignis, zu dem es nur äusserst selten kommt.

Noch ein weiteres Verfahren im Oberland hängig

Der Prozess in Pfäffikon, der statt des geplanten Tages damit nur etwas mehr als eine Stunde dauerte, wird nun neu angesetzt. Wann, ist noch unklar.

Ebenso unklar wie der Zeitpunkt, wann ein weiteres offenes Verfahren der genau gleichen zwei Beschuldigten in der fast gleichen Sache, das am Bezirksgericht Hinwil hängig ist, weitergeht.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns