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Justiz

Lehrer verabschiedete sich mit Beleidigungen

Ein Lehrer beleidigt zum Abschied seine Chefin an einer Schule im Glattal - das blieb nicht ohne Folgen.

Ein Lehrer muss nun tief in die Tasche greifen.

Foto: Pixabay

Lehrer verabschiedete sich mit Beleidigungen

Ungewöhnlicher Fall im Glattal

Ein Lehrer hat seine Vorgesetzte an einer Schule im Glattal indirekt unter anderem als «dämlichen Mitmenschen» bezeichnet. Das kostet ihn nun über 1000 Franken.

Dass Schülerinnen und Schüler Lehrkräfte aufs Übelste beleidigen, das ist heute in gewissen Klassen schon fast Alltag. Dass jedoch auch Lehrer sich so richtig und sogar noch gezielt im Ton vergreifen, das ist sehr selten.

Aber so passiert an einer grossen Schule im Glattal, wie in einem kürzlich von der regionalen Staatsanwaltshaft erlassenen Strafbefehl nachzulesen ist.

Seitenweise «böse Nachrichten»

Zum Vorfall war es im Juli vergangenen Jahres um 12 Uhr und damit quasi passenderweise zur klassischen High-Noon-Zeit gekommen. Der Lehrer, der sich gemäss Strafbefehl damals von der Schule verabschiedete, schenkte seiner Vorgesetzten und Schulleiterin ein Buch.

Malbuch mit diversen Figuren zum Ausmalen und dem Schriftzug «Fick dich».
Das Malbuch, welches der Lehrer seiner Chefin schenkte.

Ein besonderes Buch, denn es trug den recht direkten Titel «Fick Dich und andere böse Nachrichten an dämliche Mitmenschen». Und dass die mit dem Geschenk transportierte Aussage auch wirklich nicht missverstanden wird, hatte es nach dem Wörtchen «Dich» ein Ausrufezeichen.

Empfohlen für Idioten-Opfer

Das Buch, das der Lehrer noch mit einer im Strafbefehl nicht genauer beschriebenen «persönlichen Widmung» versah, enthält gegen 60 Seiten zum Ausmalen. Es finden sich darin Motive wie ein grosser, verschnörkelter Schriftzug «Halt einfach mal die Fresse», den man kolorieren kann.

Der Verlag legt das Werk allen Menschen ans Herz, die das Gefühl haben, «nur von Idioten umgeben» zu sein. Mit dem Buch, das «ehrliche Nachrichten an dämliche Zeitgenossen» enthalte, «findet deine Wut endlich ein Ventil», verspricht ein Werbetext den Käufern.

Bedingte Strafe und Busse

Das Ventil in Papierform scheint die Vorgesetzte aber derart getroffen zu haben, dass sie offenbar Anzeige erstattete. Die Staatsanwaltschaft, die sich mit dem Fall befasste, stufte das Präsent in der Folge nicht als Geschenk ein, sondern als einen erfüllten Tatbestand, nämlich denjenigen der Beschimpfung.

Denn der Lehrer «wusste um die Ehrenrührigkeit dieses Malbuches und dass er mit diesem den Anspruch der Geschädigten auf Geltung, ein ehrbarer Mensch zu sein, beeinträchtigte», heisst es im Strafbefehl.

Die Folgen für den 35-jährigen Pädagogen: eine bedingte Geldstrafe von 1300 Franken. Dazu kommen eine Busse von 300 Franken und die Verfahrenskosten von 800 Franken, total also 1100 Franken für ein zu vielsagendes Abschiedsgeschenk.

Ein vielverkauftes Werk

Nachtrag 1: Das Buch und damit die «Tatwaffe» wurde übrigens durch die Behörden eingezogen. Es wird nun vernichtet.

Nachtrag 2:  Wer denkt, der Lehrer sei ohnehin einer der ganz wenigen Menschen, der die auf einer doch speziellen Auffassung von Humor beruhenden Beleidigungssammlung zwischen Buchdeckeln gekauft hat, irrt sich schwer. Das «Fick-Dich»-Malbuch liegt bereits in der vierten Auflage vor.  

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