Zalando betrogen – und nachher doppelt dafür bezahlt
Auszubildende aus Oberland verurteilt
Sie bestellte Kleider bei Zalando, zahlte aber nicht. Ein Vorgehen, das sich für eine junge Frau aus der Region gar nicht rentierte.
Ein paar Klicks im Web-Shop, und schon wenige Tage später liegt das Paket mit dem Wunsch-Teil im Briefkasten: So einfach, wie Onlineshopping geht, so einfach ist es zuweilen immer noch, auf diesem Weg einzukaufen, ohne dafür selber bezahlen zu müssen.
Konto auf andere Namen eröffnet
Eine der Varianten, wie das funktioniert, wandte eine im Bezirk Hinwil wohnhafte Türkin an, wie einem kürzlich von der regionalen Staatsanwaltschaft erlassenen Strafbefehl zu entnehmen ist. Die Frau, die sich in der Lehre befindet, hatte Anfang 2022 im Onlineshop des grossen Versandhändlers Zalando ein Konto eröffnet – aber nicht auf ihren Namen, sondern auf den eines nicht eingeweihten Kollegen und einer Kollegin. Als Liefer- und Rechnungsadresse gab sie die Adresse des Kollegen an, der am selben Ort wohnte wie sie.
Rechnungen blieben unbezahlt
Und dann bestellte die Auszubildende. Sie wählte verschiedene Produkte aus, laut Strafbefehl «namentlich Kleider und Schuhe». Die georderte Ware im Wert von exakt Fr. 446.65 traf an der Adresse im Zürcher Oberland ein, wobei die Frau die Pakete jeweils gleich in ihrem Zimmer deponierte.
Die Rechnungen von Zalando für diese Sendungen blieben jedoch unbezahlt. Dies, zumal die Auszubildende gemäss Strafbefehl «keinerlei finanzielle Mittel zur Begleichung besass».
Schuldspruch wegen Betrugs
Die heute 21-Jährige wurde deshalb wegen Betrugs verurteilt. Die mit dem Schuldspruch ausgefällte Geldstrafe von 900 Franken muss die junge Frau nicht bezahlen, da sie auf Bewährung ausgesetzt wurde.
Der «Gratis-Einkauf» kostet sie trotzdem etwas, denn nebst einer Busse von 300 Franken hat sie noch 800 Franken Verfahrenskosten zu tragen. Die ganze Aktion kommt sie also zweieinhalbmal so teuer zu stehen, als hätte sie die Waren korrekt bestellt und bezahlt.
Zalando erhält Waren zurück
Stichwort «Waren»: Bei der Frau wurden drei Damenkleider, ein Pullover und zwei Paar Schuhe aus Zalando-Beständen beschlagnahmt. Diese Artikel kann Zalando laut Verfügung im Strafbefehl bei den Behörden abholen. Macht das Unternehmen das nicht in der angesetzten Frist, «werden die Gegenstände einer karitativen Organisation übergeben oder vernichtet».