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Justiz

Die Bewahrung der Familie für das Endgericht Gottes

Peter Häni, Vater von fünf Kindern, Automechaniker und EDU-Politiker, will die Gesellschaft bewahren. Indem er für mehr Geld für Familien kämpft.

Niderdürstelen, gelegen in einem Nebental des Tösstals, 712 weite Meter über Meer. Von Bauma aus geht es einige Kurven den Hügel hinauf, zum Weiler, in dem alles grün und nass ist an diesem Tag im Mai. Da steht eine kleine Autowerkstatt, wo der heilige Schöpfer bei den Reparaturen mithilft, eine Natürlichkeit, die vermutlich nur hier erlebt wird, im Bibelgürtel namens Tösstal.

Chef der Werkstatt ist Peter Häni. Peschä, wie man ihn nennt. 40 Jahre alt und ausgesprochen freundlich. Man kann sich nicht vorstellen, dass er jemals mit dem falschen Fuss aufsteht. «Ich starte jeden Tag mit einem Gebet», sagt er. «Es klingt vielleicht lustig, aber ich rede mit Gott auch über meine Problemfälle hier in der Garage.»

Häni trägt einen blauen Overall und den Glauben, dereinst, wenn die Apokalypse über uns hereinbricht, einer der Geretteten zu sein. Ein ewigesLeben im Paradies, zusammen mit seiner Ehefrau und seinen fünf Kindern. Aber bis dahin gilt es zu bewahren, was heilig ist – die Familie.

Eine Schutzmaske braucht man in seiner Werkstatt nicht anzuziehen, und Häni sagt, er werde sich nicht gegen Corona impfen lassen, seine ganze Familie lasse sich generell nicht mehr impfen. «Ich bin kein Verschwörungstheoretiker», sagt er. Er sei einfach gegen Medizin, die auf Forschung mit Stammzellen menschlicher Embryos basiere.

In der Garage fehlt ein Kalender mit nackten Frauen, was zum Inventar vieler Werkstätten gehört. Dafür gibt es ein Plakat, das die fröhlichen Gesichter eines Mannes, einer Frau und zweier Kinder zeigt. Darunter der Satz: «Ja – Mehr Geld für Familien». Es ist das Abstimmungsplakat für die Volksinitiative von Peter Hänis Partei, der EDU, der Eidgenössisch-Demokratischen Union, wobei das E eigentlich für «Evangelikal» stehen müsste. 2016 war Häni für die EDU in den Kantonsrat nachgerückt. Bei den Wahlen 2019 wurde er allerdings nicht mehr gewählt. Und so kämpft er nun mit seiner Grossfamilie für mehr Geld für Familien. Vor seiner Werkstatt hat er zwei Plakate befestigt, und mit seinem Junior wird er in den nächsten Tagen weitere 30 Stück in der Gegend aufstellen. Die Abstimmung findet am 13. Juni statt.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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