Jetzt beginnen in Dübendorf die Bauarbeiten
In Uster sind die Perrons bereits behindertengerecht, in den Bahnhöfen Wetzikon und Wallisellen ebenfalls, und ab Dezember soll es auch in Dübendorf so weit sein. In wenigen Tagen beginnen die SBB damit, das Mittelperron für die Gleise 3 und 4 an die neue Normhöhe von 55 Zentimetern anzupassen. Damit werden Zugreisende künftig stufenfrei in die Niederflurzüge einsteigen können.
Weiter werden die SBB Engstellen eliminieren, indem sie Treppen- und Rampenbrüstungen entfernen und durch ein neues Geländer ersetzen. Ausserdem werden die Bänke auf dem Perron erneuert und die Beleuchtung wird angepasst. Das Projekt kostet rund 5,7 Millionen Franken und wird über die Leistungsvereinbarung mit dem Bund finanziert.
«Das Perron ist zu schmal und die Richtlinien können nicht eingehalten werden.»
Oli Dischoe, SBB-Mediensprecher
Um den Zugverkehr möglichst wenig zu beeinträchtigen und die Sicherheit der Arbeiter zu gewährleisten, werden einzelne Arbeiten in der Nacht bei gesperrtem Gleis und ausgeschalteter Fahrleitung ausgeführt. Die Anwohner würden jeweils per Brief über bevorstehende Nachtarbeiten informiert, heisst es seitens der SBB. Wegen der Arbeiten steht die Wartehalle auf dem Perron von Mitte März bis September nicht zur Verfügung. Auch einige Parkplätze fallen weg, Ersatzparkplätze stehen an der Neuhofstrasse zur Verfügung.
Billettautomat wird verlegt
Mit den Bauarbeiten wird der Billettautomat auf dem Perron verschwinden. Den Schritt begründet SBB-Sprecher Oli Dischoe auf Anfrage mit strengeren Sicherheitsabständen: «Das Perron ist zu schmal und die Richtlinien können nicht eingehalten werden.» Geplant seien nun zwei Billettautomaten: der eine beim Bahnhofgebäude, der andere auf der Nordseite in der Unterführung. Einen Umweg müssen damit allerdings diejenigen Fahrgäste auf sich nehmen, die das Perron von Westen her betreten.
Dass es zwei Automaten geben wird, reklamieren die Dübendorfer Grünen und der Verein Selbstbestimmung.ch als Erfolg für sich. In einer gemeinsamen Mitteilung heisst es, man habe die SBB im Rahmen der «Einspracheverhandlung» davon überzeugen können, dass es einen Ticketautomaten in Perron-Nähe brauche, da sonst Zugpassagiere aus Dübendorf-Nord das Nachsehen gehabt hätten. Sprecher Dischoe will den Sachverhalt weder bestätigen noch dementieren. Die SBB nehme nicht detailliert Stellung zu Inhalt und Absender von Einsprachen.
«Wir erfüllen die Vorgaben.»
Oli Dischoe, SBB-Mediensprecher
Im Zusammenhang mit einer während der Vernehmlassung eingegangen Forderung nach einem Lift auf der Südseite halten die SBB lediglich fest, dass ein solcher Einbau «unverhältnismässig» wäre, da die Stadt Dübendorf «in naher Zukunft» verschiedene Bauprojekte am Bahnhof umsetzen werde. Dies, so Dischoe, habe auch das Bundesamt für Verkehr anerkannt, die Einsprache habe mit Verhandlungen bereinigt werden können.
Rampe wird später umgebaut
Auch wenn es keinen Lift geben wird, werden die SBB auf der Südseite Verbesserungen vornehmen, und zwar an der Rampe zur Unterführung. Dabei widerspricht SBB-Sprecher Dischoe den Aussagen der Grünen und des Vereins Selbstbestimmung.ch, die die Rampe als zu steil bezeichnen. «Wir erfüllen die Vorgaben», hält er fest, im Durchschnitt werde das maximal zulässige Gefälle eingehalten. Allerdings räumt er auch ein, dass dieser Wert stellenweise überschritten werde. Deshalb würden Anpassungen vorgenommen. Allerdings als separates Projekt, das bis spätestens 2023 umgesetzt werden soll.