In Uster gibt es eine Schule, um Panflöte spielen zu lernen
Stimmt der Mundansatz, dann kann man Panflöten und Alphörnern herrliche Töne entlocken. Wie das geht, unterrichtet Marianne Domide.
Also: Jetzt einfach mal die Lippen spitzen – über dem Bambusröhrchen. Zu hören ist nur ein undefinierbares Blubbergeräusch. Marianne Domide lacht herzlich und baut den Schreibenden wieder auf. «Bis ein sauberer Ton entsteht, braucht es einige Übung», sagt sie und macht es gleich vor.
Schule von ihrem Mann gegründet
Ihrer Panflöte entlockt sie himmlische Klänge. Seit 1983 spielt sie das Instrument. Ihr Können demonstriert sie in den Räumen der Panflötenschule Uster, die 1983 von ihrem Mann Joachim Domide gegründet wurde. Der ausgebildete Cellist flüchtete aus politischen Gründen 1974 aus Rumänien in die Schweiz. Anfang der 1980er Jahre war sie noch Schülerin ihres späteren Manns. Ab 1988 war sie bereits als Lehrerin tätig.
Panflötenschule-Musikverlag ist die genaue Bezeichnung der Schule, die sich unweit vom Bahnhof Uster an der Bankstrasse 29 in den Privaträumen von Marianne Domide befindet. «Neben seiner reichen Solisten- und Lehrtätigkeit hat mein Mann auch zahlreiche noch heute im Handel erhältliche Stücke für mehrstimmige Panflöte sowie für Panflöte und Alphorn komponiert und im eigenen Musikverlag Domide herausgegeben», erzählt Marianne Domide. Aktuell unterrichte sie an der Panflöte bis zu 30 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 10 und 80 Jahren.
Marianne Domide spielt nicht nur Panflöte, sie stellt auch selber Panflöten her. In ihrer eigenen Werkstatt. «Ich habe einst ein Buch gekauft, wie man diese Instrumente herstellt», verrät sie, «und dann habe ich einfach gemacht.» Die Bambusrohe werden von Hand je nach Klanghöhe zugeschnitten und ausgehöhlt. Die Instrumente werden dann unten mit Kork verschlossen. «Danach kann ich den Klang anpassen, indem ich Bienenwachs in die Röhren träufle», erklärt sie.
Im Unterrichtsraum steht ein E-Piano – und zudem ein Alphorn. Denn Marianne Domide unterrichtet auch noch Alphorn. 2006 lernte sie, das Instrument zu spielen – drei Jahre später trat sie zum ersten Mal als Solistin an einem Jodlerfest auf. Seither spielt sie in verschiedenen Formationen, unterrichtet das Alphornspielen in ihrer Schule in Uster sowie in der Migros-Klubschule in Luzern. Seit 2018 ist Marianne Domide auch musikalische Leiterin der Alphorngruppe Uster.
«Der Ansatz beim Alphorn ist ganz anders als bei der Panflöte. Alphorn spielt man mehr wie eine Trompete», erklärt sie. Und wieder der Selbstversuch. Das Resultat: Ein dünner Laut verlässt das über drei Meter lange Instrument. Wieder übernimmt Marianne Domide und erfüllt den Raum mit herrlichen Klängen.

Alle zwei Jahre veranstaltet ihre Schule ein Konzert mit Panflöte und Alphorn. Am 26. Oktober um 17 Uhr war es in der katholischen Kirche St. Andreas wieder so weit. «Bekannte Melodien der Unterhaltungsmusik verschiedenster Komponisten aus diversen Ländern waren gekonnt arrangiert», schwärmt Marianne Domide über das Konzert. Und weiter erzählt sie: «Die Klangfarben von Alphörnern und Panflöten ergänzten sich wunderbar, und die mehrstimmigen Stücke des Panflötenensembles sowie der Alphörner führten zu einem einmaligen Hörerlebnis.»