In Pfäffikon sorgt dieser Verein seit 40 Jahren für grosses Kino
Sie halten die Kultur am Leben
Seit 40 Jahren bietet der Verein Kultur im Rex im Kinosaal Chesselhuus Pfäffikon ein vielseitiges Kulturprogramm – ehrenamtlich und fest verankert im Herzen der Gemeinde.
«Früher haben wir viel Party gemacht. Jetzt bin auch ich ruhiger geworden,», erzählt Thomas Lüthi mit einem Lächeln. Der 50-Jährige sitzt in der Kinobar in Chesselhaus, wo sich das Kino Rex seit 2015 befindet. In zwei Stunden startet die Filmvorführung – vorher nimmt er sich noch Zeit fürs «Regio», um in Erinnerungen zu schwelgen.
Der Verein Kultur im Rex feiert dieses Jahr sein 40-jähriges Bestehen. Vom 21. bis 30. November gibt es ein Jubiläumsprogramm – jeden Tag ist das «Rex» deswegen geöffnet. Der Verein «Kultur im Rex» wurde 1984 gegründet, nachdem das kommerzielle Kino Rex an der Spitalstrasse geschlossen wurde. Das Team führte die Filmabende fort und bot später auch Kleinkünstlern eine Bühne.
«Der Charme des Hauses erblüht erst richtig durch die Sperrigkeit der Lokalität, die organisatorische Improvisation und die unbequemen Saalstühle», schrieb der «Zürcher Oberländer» über das alte «Rex».
«Dort fanden eben auch öfters Partys statt. Das war die Zeit der Jugendbewegung», sagt Lüthi. So traten im «Rex» auch Punk- oder Rockbands auf. Der Verein, inzwischen mit rund 500 Mitgliedern, hat sich seither gewandelt – das Engagement ist geblieben.
Heute sorgen rund 60 aktive Mitglieder für ein regelmässiges Programm und betreuen Veranstaltungen ehrenamtlich. An diesem Abend ist Anita Sprunger im Einsatz und bedient in der Kinobar die Gäste.
Die Gemeinde Pfäffikon unterstützt «Kultur im Rex» mit einem Leistungsauftrag und deckt einen Teil der Betriebskosten. «Der Kinobetrieb ist nicht subventioniert», ergänzt Lüthi, der die Gruppe Film und Kino Open leitet. Neben Filmen organisiert der Verein im Rex auch Konzerte, Lesungen, Kindertheater und Kleinkunst.
Seit 1995 ist Thomas Lüthi im Rex aktiv. «Ich bin damals als junger Kerl dazu gestossen, weil ein Techniker gesucht wurde», erinnert sich Lüthi, der hauptberuflich eine IT-Firma leitet. An diesem Abend ist er auch Filmoperateur. Mit Filmprojektorten und Filmrollen hat das nichts mehr zu tun, vielmehr werden die Kinofilme per Computer gestartet.
Thomas Lüthi setzt sich im noch leeren Kinosaal in einen der 130 Sitzplätze. Wöchentlich werden hier Filme gezeigt – bis zu 60 im Jahr. «Wir zeigen nicht nur Klassiker, sondern auch neue Filme». Die Kinogruppe wähle die Filme jeweils gemeinsam aus.
So läuft an diesem Abend der mexikanische Film Hijo di Sicario, der in der Welt der Drogenkartelle spielt. Zu sehen gibt es im «Rex» aber auch bekannte Filme wie die «Il Postino» oder «Die fabelhafte Welt der Amelie».
Verein organisiert im Sommer auch das Kino Open
Seit 2000 organisiert der Verein im Sommer das Kino Open auf der Festwiese am Seequai. An den neun Abenden unter freiem Himmel wird fast so viel eingenommen wie im gesamten Jahr im Kino.
Der Eintritt ins Rex kostet neun Franken für Mitglieder und zwölf Franken für Nichtmitglieder, und die Vorstellungen ziehen im Schnitt 50 Besucher an.
«Oft spielt es keine Rolle, welcher Film läuft. Viele kommen hierher, um andere aus der Gemeinde zu treffen und um einen schönen, geselligen Abend zu verbringen», erklärt Lüthi. Das «Rex» bietet regelmässig besondere Kinoabende mit Weindegustation, lokalen Bieren oder Fast-Food.