Wirtschaft

Leerwohnungsziffer im Kanton

Im Oberland gibt es vergleichsweise viele freie Wohnungen

Im Kanton Zürich ist die Wohnungsnot so gross wie seit über 20 Jahren nicht mehr. In der Region ist die Situation entspannter.

In Wetzikon ist der Anteil an leer stehenden Wohnungen im laufenden Jahr deutlich gesunken. (Archiv)

Foto: Simon Grässle

Im Oberland gibt es vergleichsweise viele freie Wohnungen

Leerwohnungsziffer im Kanton

Im Kanton Zürich gibt es so wenige leer stehende Wohnungen wie seit über 20 Jahren nicht mehr. In der Region sehen die Zahlen weniger düster aus.

0,48 Prozent – so tief ist die Leerwohnungsziffer im Kanton Zürich in diesem Jahr. Das entspricht gemäss der neuesten Erhebung des Statistischen Amts des Kantons Zürich 3815 freien Wohnungen. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es noch 0,56 Prozent und damit 600 Wohnungen mehr. Die Auswertung schliesst auch Einfamilienhäuser mit ein.

Der Trend zeigt kontinuierlich nach unten. Vor fünf Jahren lag die Leerwohnungsziffer noch bei 0,9 Prozent. Besonders gross ist die Wohnungsnot aktuell in den grossen Städten. In Zürich liegt die Ziffer bei 0,1 Prozent, in Winterthur bei 0,18 Prozent.

Oberländer Städte über dem Durchschnitt

Im Oberland sieht die Situation vergleichsweise gut aus. In allen Bezirken liegt die Ziffer über dem kantonalen Durchschnitt. In den Bezirken Hinwil und Uster bei 0,82 respektive 0,81 Prozent. Dies entspricht 395 respektive 541 Wohnungen. Im Bezirk Pfäffikon sind mit 168 (0,57 Prozent) deutlich weniger Wohnungen verfügbar.

Grosse Unterschiede zeigen sich in den Städten der Region: Insbesondere in Wetzikon ist die Ziffer auffallend gesunken – von 1,03 Prozent im Vorjahr auf 0,42 Prozent. Dabei handelt es sich um den tiefsten Wert seit 2006. Auch in Uster hat sich das Wohnungsangebot verknappt. Allerdings liegt der Wert mit 1,29 Prozent immer noch vergleichsweise hoch.

In Dübendorf und Illnau-Effretikon ist der Anteil an leeren Wohnungen sogar gestiegen. Während in Dübendorf 1,09 Prozent (+0,16 Prozentpunkte) der Wohnungen noch zu haben sind, sind es in Illnau-Effretikon 0,97 Prozent (+0,1 Prozentpunkte).

Keine freien Wohnungen in Seegräben und Schlatt

Prozentual am meisten Wohnungen sind in der Region in Wald (2,02 Prozent), Dürnten (1,75 Prozent) und Turbenthal (1,32 Prozent) auf dem Markt. Am anderen Ende der Rangliste bewegen sich Seegräben und Schlatt. Dort liegt die Leerwohnungsziffer bei 0 Prozent.

Auffallend ist, dass auch einige Gemeinden in der Region die tiefsten Werte seit vielen Jahren verzeichnen. Dazu gehören Grüningen, wo letztmals Anfang der 1990er Jahre weniger Wohnungen verfügbar waren, oder Fehraltorf, wo sich ein ähnlich tiefer Wert erst ganz zu Beginn der Auswertung im Jahr 1984 finden lässt.

Der kantonale Rückgang bei den Leerständen sei zu grossen Teilen der Entwicklung bei den Mietwohnungen geschuldet, schreibt das Statistische Amt in einer Mitteilung. Gegenüber dem Jahr 2020 haben sich die Leerstände mehr als halbiert, von rund 6000 auf 2900. Dies bei wachsendem Wohnungsbestand.

Leere Einfamilienhäuser gibt es mit 650 dafür mehr. Das Niveau bewege sich wieder auf dem der Jahre vor der Corona-Pandemie. 2021 und 2022 seien jeweils nur rund 500 leer stehende Einfamilienhäuser gemeldet worden.

Schwankungen wegen Neubauprojekten

Die aktuelle Auswertung zeigt, dass die Nachfrage nach Wohnraum im Kanton Zürich weiterhin das Angebot übersteigt. Das Statistische Amt geht indes nicht davon aus, dass sich der Wohnungsbau beschleunigen wird.

Die Leerstände wurden per Stichtag am 1. Juni 2025 erhoben. Die Statistik umfasst alle Wohnungen, die entweder zur dauernden Miete oder zum Kauf angeboten waren. Unbewohnte, aber bereits vermietete oder verkaufte Objekte wurden nicht erfasst. Das Statistische Amt verweist darauf, dass es bei den Zahlen auf Gemeindeebene beispielsweise wegen Neubauprojekten von Jahr zu Jahr zu grossen Schwankungen kommen kann.


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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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