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Gesellschaft

Zu viele Autos

Illnau-Effretikon geht gegen Elterntaxis bei der Schule Hagen vor

Die Stadt will die Verkehrssicherheit rund um die Schulanlage Hagen in Illnau verbessern und führt zu Schulbeginn- und Schulschlusszeiten ein Halteverbot in der Hagenstrasse ein.

Während der Schulanfangs- und Schulschlusszeiten wird es in der Hagenstrasse und der angrenzenden Mythenstrasse eng – wegen Elterntaxis.

Foto: Simon Grässle

Illnau-Effretikon geht gegen Elterntaxis bei der Schule Hagen vor

Die Stadt will die Verkehrssicherheit rund um die Schulanlage Hagen in Illnau verbessern und führt zu Schulanfangs- und Schulschlusszeiten ein Halteverbot an der Hagenstrasse ein.

Die Stadt Illnau-Effretikon führt an der Hagenstrasse neu ein zeitlich beschränktes Halteverbot ein. Dieses gilt montags bis freitags zu den Schulanfangs- und Schulschlusszeiten von 7.30 bis 8.30 Uhr, von 11.30 bis 14 Uhr sowie von 15 bis 16.30 Uhr.

Mit der Massnahme reagiert die Stadt auf den starken Verkehr durch sogenannte Elterntaxis. Viele Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zum Schulhaus Hagen, was in der engen und steilen Strasse immer wieder zu Blockaden und erhöhten Sicherheitsrisiken führt.

«Bei der Hagenstrasse handelt es sich um eine Sackgasse. Das erhöhte Verkehrsaufkommen und die Wendemanöver führen zu zusätzlichen Gefährdungen für die Kinder und zu einer spürbaren Belastung für die Anwohnenden», erklärt Marco Steiner, Leiter Präsidiales und stellvertretender Stadtschreiber. Gerade diese besondere Situation bei der Schulanlage sei ein wesentlicher Grund dafür, dass die Stadt dort nun konkrete Massnahmen umsetze.

Im Interesse der Kinder

Regelmässige Bring-und-hol-Fahrten haben laut Steiner mehrere Nachteile. Sie schränkten die Selbständigkeit der Kinder ein und reduzierten wichtige Lerngelegenheiten im Umgang mit dem Strassenverkehr. Zudem komme es zu praktischen Problemen wie der Behinderung der Schulbusse und daraus resultierenden Verspätungen.

Dem entgegenwirken soll nun das zeitlich angepasste Halteverbot. Dessen Einführung wurde in enger Zusammenarbeit mit der Schule vorbereitet, wie Steiner erklärt. Die Schule, die Abteilung Sicherheit und die Stadtpolizei stünden in regelmässigem Austausch.

«Alle Beteiligten teilen das Anliegen, die Verkehrssituation im Schulumfeld sorgfältig zu beurteilen und im Interesse der Kinder geeignete Massnahmen umzusetzen.»

Die Stadt rechnet mit gemischten Reaktionen der Eltern. Das Ziel der Massnahme sei jedoch klar, sagt Steiner: «Wir wollen die Verkehrssicherheit erhöhen und das Bewusstsein für die Bedeutung des Schulwegs zu Fuss stärken.»

Eine generelle Entwicklung

Ein spezifisches Elterntaxi-Problem nur in Illnau-Effretikon sieht Steiner nicht. Vielmehr handle es sich um eine generelle Entwicklung: «Elterntaxis sind eine vielschichtige Herausforderung. Ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis der Eltern führt gleichzeitig zu mehr Verkehr und damit zu neuen Risiken im Schulumfeld.»

Hagenstrasse in Illnau
Viele Eltern fahren ihre Kinder mit dem Auto zur Schule – wegen des Sicherheitsbedürfnisses. Tatsächlich führt das aber zu Risiken.

Die Schulwegdistanzen seien in Illnau-Effretikon klar geregelt und entsprächen der kantonalen Praxis. Wo Wege im Einzelfall als unzumutbar gälten, gebe es bereits heute Lösungen wie Schulbusse oder ÖV-Billetts. Gleichzeitig beobachtet die Stadt, dass Kinder weniger an selbständiges Laufen der Wege gewöhnt sind und Eltern ihren Kindern das zunehmend weniger zutrauen.

Die Einhaltung des Halteverbots wird durch die Stadtpolizei im Rahmen ihrer ordentlichen Präsenz kontrolliert. «In der Anfangsphase stehen die Information und die Sensibilisierung im Vordergrund», erklärt Steiner.

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