Hunde als Therapeuten – was sie den Menschen schenken
Hunde sind treue und soziale Wesen. Insbesondere für Menschen im fortgeschrittenen Alter können die Tiere eine grosse Hilfe sein, denn das Zusammensein mit den Fellnasen wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden aus. Und das tut ihnen in mehrfacher Hinsicht gut.
Speziell ausgebildete Therapiehunde sind mittlerweile in vielen Pflegeinstitutionen anzutreffen. Beim Verein Therapiehunde Schweiz arbeiten die Teams, bestehend aus einem Hund und deren Halterin oder Halter, teilweise eng mit Ergo- und Physiotherapeuten zusammen. Gerade den älteren, alleinstehenden Menschen tut die Zuneigung eines Hundes gut. «Hunde werten nicht und sie reagieren nicht auf Äusserlichkeiten. Sie spüren die Menschen auf eine Weise, wozu wir nicht fähig sind, sie haben einen besonderen Zugang zum Innersten», sagt Peggy Hug, Teamtrainerinbeim Verein Therapiehunde Schweiz.
Der Hund als Co-Therapeut
Als Therapiehund eignen sich alle Hunde, unabhängig von Rasse und Grösse. Sie müssen jedoch einige Grundvoraussetzungen erfüllen. Sie müssen ausgeglichen sein, einen guten Grundgehorsam aufweisen und sich gerne von fremden Menschen streicheln lassen. «Der Hund kann nicht im wesentlichen Sinn therapieren, aber er ist ein guter Motivator. Die Interaktion mit dem Therapiehund löst bei den Patienten Verkrampfungen, sie atmen ruhiger und ihr Gesicht beginnt zu strahlen», erzählt Hug.
Abgesehen davon, können die Tiere ein Weg aus der Einsamkeit sein. Dank der Fellnasen kommt man viel leichter ins Gespräch. «Sie sind gute Eisbrecher, da das erste Thema, der Hund selbst ist. Schon allein die Anwesenheit eines Hundes im Raum, lockert die Stimmung auf», erzählt Hug. So werde auch zwischenmenschlich eine neue Bindung aufgebaut.
Dieselbe Wirkung haben die Tiere auf Senioren, die zu Hause leben. Sich um einen Hund zu kümmern macht Rentner glücklich und das tägliche Füttern, spazieren gehen und spielen hält sie fit. «Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Senioren, die mit einem Hund zusammenleben, einen tieferen Blutdruck haben, weniger zum Arzt müssen und weniger auf Medikamente angewiesen sind», so die Mönchaltorfer Hundetrainerin.
Der Richtige Hund für Rentner
Die ideale Hunderasse für Rentner gibt es grundsätzlich nicht. Wenn man körperlich fit genug ist, könne man auch im Alter auf aktive Hunde zurückgreifen. «Man muss beachten, dass im fortgeschrittenen Alter die eigenen Kräfte schwinden. Ein grosser Hund besitzt viel Kraft und man muss fähig sein, ihn zu kontrollieren», erklärt Hug. Kleine Hunde können ebenso eine Herausforderung darstellen. Viele kleine Rassen sind lebhaft und flink. Ausserdem benötigen sie genauso viel Aufmerksamkeit wie ein grosser Hund.
Um den geeigneten Hund zu finden, sollte nicht nur die Hunderasse im Vordergrund stehen, sondern auch der Charakter des Hundes. Dafür sollten die zukünftigen Frauchen oder Herrchen vor dem Kauf idealerweise genügend Zeit mit dem Wunsch-Hund verbringen, um ihn kennenzulernen.
Bei Welpen ist Vorsicht geboten. «Ab einem gewissen Alter sollte man sich zweimal überlegen, einen Welpen nach Hause zu holen. Die Welpenerziehung kostet viel Kraft und Anfänger können damit schnell überfordert sein. Darum würde ich nur älteren Menschen einen jungen Hund empfehlen, die sich mit der Erziehung auskennen», sagt Hug. Ein erwachsener Hund sei für Senioren oft die bessere Wahl, da er für gewöhnlich bereits die wichtigsten Kommandos beherrscht.
Eine Entscheidung für die Zukunft
Sich im Alter einen Hund zuzulegen, will gut überlegt sein. Ein Hund kann bis zu 15 Jahre leben. «Ältere Menschen, die einen Hund möchten, müssen den eigenen Gesundheitszustand, Lebensstil und den Zeitaufwand hinterfragen, damit die Bedürfnisse des Hundes erfüllt werden können», sagt Hug. Andernfalls tue man weder sich selbst, noch dem Hund einen Gefallen. Dazu gehört auch, für den Hund eine Lösung bereitzuhaben, falls man einmal überraschend länger ins Krankenhaus muss.
Dennoch gibt es viele gute Gründe sich für einen Hund zu entscheiden. Eine Beziehung zwischen Hund und Mensch ist eine Freundschaft der besonderen Art. Die Tiere bringen Spass und Spannung ins Haus und können das Leben wunderbar bereichern.
Wenn Senioren sich nicht mehr vorstellen können, einen eigenen Hund zu haben, so gibt es genügend Alternativen. Beispielsweise suchen Tierheime oft Freiwillige, die mit ihren Tieren Gassi gehen. Oder man geht mit Hund eines Bekannten spazieren.