Hoffen auf eine gebührende Vertretung
Nachdem die Bürger im November 2017 dem Zusammenschluss der Schulen von Elsau und Schlatt zustimmten, geht es nun am 23. September um die Bestellung der neuen Schulpflege. Aus den drei fünfköpfigen Behörden wird eine Schulpflege mit sieben Sitzen. Insgesamt kandidieren 10 Personen für die sieben Sitze, darunter vier aus Schlatt, die im Folgenden näher vorgestellt werden.
Gemeinsame Kultur von Bedeutung
Mit Domenic Hartmann (parteilos), dem amtierenden Schulpräsidenten der Primarschule Schlatt, steigt ein Bewerber ins Rennen, der insgesamt über 13 Jahre Behördenerfahrung in der Primarschulpflege verfügt. Gerade diese Erfahrung ist seiner Meinung nach auch der Grund, weshalb man ihn wählen sollte.
Herausforderungen für die Zukunft der fusionierten Schulgemeinden Elsau und Schlatt sieht er insbesondere für die Lehrpersonen. «Das Personal ist von zentraler Bedeutung für einen gelingenden Unterricht.» Wichtig ist ihm, dass man als Team arbeite und eine gemeinsame Kultur den Schulbetrieb bestimme, also «alle am selben Strick ziehen.» Nur so könnten die Schüler auch profitieren. Ein bevorzugtes Ressort nennt Hartmann, der von Beruf Polizist ist, nicht. Diesbezüglich sei er flexibel. Er ist überzeugt, dass seine Chancen, gewählt zu werden, intakt sind.
In erste Linie Schlatter als Wähler
Ebenfalls für die Schulpflege kandidiert Thomas Keller (parteilos). Er ist seit zwei Jahren Mitglied der Primarschulpflege in Schlatt und zuständig für Qualitätsmanagement und Öffentlichkeitsarbeit. Beruflich ist er Professor für Wirtschaftsinformatik an der ZHAW. Keller sieht die Herausforderungen für die fusionierte Schulgemeinde einerseits in der Zusammenarbeit zwischen den bisher eigenständigen Schulgemeinden Elsau und Schlatt und den damit verbundenen Änderungen in den Abläufen. Andererseits aber auch in der Umsetzung des Lehrplans 21 sowie in der Erweiterung des Schulraumes in Elsau. «Dieser muss erweitert werden», so Keller. «Das bedeutet Investitionen und damit verbunden sind dann auch Kostendiskussionen.»
Was die Ressorts betrifft, bevorzugt Keller die Bereiche Schulentwicklung und Pädagogik. Da Keller in Elsau kein Beziehungsnetz habe, geht er davon aus, dass ihn in erster Linie die Schlatter Bevölkerung wählen wird. Seine Wahlchancen kann er nur schwer einschätzen. Auf die Frage, weshalb man ihn wählen solle, betont Keller seinen starken Bezug zum Bildungsbereich, seine jetziges Amt als Mitglied der Primarschulpflege sowie die Tatsache, dass er selbst schulpflichtige Kinder hat.
«Schule muss offen für Neues sein»
Als weitere Bewerberin aus Schlatt kandidiert Irene Bruderer (parteilos). Sie ist seit einem Jahr Mitglied der Schulpflege Schlatt, zuständig für das Ressort «Schülerbelange». Bruderer arbeitet als selbständige Grafik- und Webdesignerin. Auf die Frage, weshalb man sie wählen solle, erklärt sie: «Weil ich mich sehr gerne für die Schule einsetze und immer versuche, mit allen Beteiligten lösungsorientiert zusammenzuarbeiten.» Wichtig ist ihr eine lebendige und vorwärts gerichtete Schule. Darunter versteht sie eine Schule, «die offen für Neues ist», in der Kinder Freude haben beim Lernen und sich einbringen können.
Herausforderungen sieht sie künftig in der Zusammenführung der Schulgemeinden und der Kommunikation. Hierfür möchte sie sich aktiv einsetzen. «Eine gute Kommunikation ist sehr wichtig», so Bruderer. Beides, glaubt sie, wird in Zukunft schwieriger. «Bis anhin war man zuständig für seine Schule, nun sind es deren drei.» Gerade auch deshalb sei es wichtig, dass «alle gehört werden». Wenn sich die Möglichkeit ergebe, so würde Bruderer am liebsten das Ressort Pädagogik übernehmen. Was ihre Wahlchancen anbelangt, ist sie zurückhaltend. «Das ist schwierig zu beantworten.» Da Schlatt einiges kleiner ist als Elsau und die Kandidierenden auch nicht so bekannt sind in Elsau, glaubt sie, dass es sicherlich nicht einfach wird für sie und die weiteren Schlatter Bewerber. «Aber zwei oder drei haben sicherlich gute Chancen, gewählt zu werden», ist sie überzeugt.
Kinder sind die Zukunft
Die zweite Kandidatin aus Schlatt ist Irene Funk (parteilos). Sie ist seit 2017 Mitglied der Primarschulpflege und zuständig für die Bereiche Infrastruktur und Liegenschaften. Beruflich ist sie im Teilzeitpensum bei der Baudirektion des Kantons Zürich tätig. Funk betont, dass es ihr ein Anliegen ist, sich in der Schulpflege zu engagieren. «Die Kinder sind unsere Zukunft, deshalb ist es wichtig, in sie zu investieren.»
Aufgabe der Primarschulpflege ist ihrer Ansicht nach auch, dafür zu sorgen, dass «das Rundherum für die Kinder passt und man sich nicht im Kleinen verheddert». In erster Linie gehe es darum, dass die Kinder eine Ausbildung erhalten. Als künftige Herausforderungen für die Schule sieht Funk die Zusammenlegung und Koordination der bis anhin selbständigen Schulen. Nun müsse man lernen, einheitlich vorzugehen. «Es muss an einem Strang gezogen und Synergien genutzt werden.» Diesbezüglich ist sie positiv gestimmt. «Ich glaube, das kommt gut.»
Nun hofft sie auf ein gutes Wahlergebnis am 23. September. Vor wenigen Tagen habe sie zusammen mit den weiteren Kandidatinnen und Kandidaten aus Schlatt Flyer an alle Haushalte in Elsau verschickt. Eine Beurteilung ihrer Wahlchancen möchte sie allerdings nicht machen. «Ob ich tatsächlich gewählt werde, werden wir sehen.» Bezüglich des Ressorts äussere sie keine bestimmte Präferenz. «Da bin ich offen», erklärt Funk.
Folgende sechs Kandidaten aus Elsau bewerben sich um die sieben Sitze: Roman Arnold (FDP): kandidiert als Einziger für das Präsidium. Bisher war er Präsident der Elsauer Primarschulpflege. Marco Dütsch (FDP): bisher zuständig für die Finanzen der Oberstufe Elsau-Schlatt. Sylvia Galati (SVP): bis anhin tätig für die Primarschulpflege Elsau im Ressort Sonderpädagogik. Bruno Hauser (parteilos): bisher zuständig für das Ressort Personal und Jugendmusikschule in der Primarschulpflege Elsau. Markus Rietschin (SVP): bisher Leiter des Ressorts Infrastruktur in der Schulpflege der Oberstufe Elsau-Schlatt. Beat Ungricht (FDP): er ist der Einzige, der neu kandidiert.