Hittnau will das Luppmenareal wachküssen – mit Wohnen, Begegnung und Natur
Noch liegt das Luppmenareal brach, doch das soll sich ändern. Die Gemeinde stellte Ideen zur Diskussion und erntete Inputs aus der Bevölkerung.
Rund 50 Hittnauerinnen und Hittnauer haben sich am Samstag im Singsaal Hermetsbüel eingefunden, um gemeinsam mit Fachleuten, Gemeinderäten und Planern über die Zukunft des Luppmenareals nachzudenken.
Dabei ging es nicht nur um Wohnraum, sondern auch um öffentliche Nutzung, Parkgestaltung – und um viel Identifikation mit einem Ort, der seit Jahren im Dornröschenschlaf liegt.
Park, Bach und Liegenschaften
Die Tagesagenda sah vor, die Anwesenden in einem rund einstündigen Informationsblock auf den gleichen Stand bezüglich der vorliegenden Machbarkeits- und Nutzungsstudie zu bringen.
Luppmenareal: 10’000 Quadratmeter mit Potenzial
Das Luppmenareal wurde der Gemeinde Hittnau von Emil Spörri zweckgebunden vermacht. Es umfasst eine Fläche von rund 10'000 Quadratmetern. Ein Wasserbauprojekt für die Luppmen (Gewässer), ein Landschafts- und Freiraumprojekt (Park) sowie das Neubauprojekt der Genossenschaft Alterswohnungen Luppmen (GAL) sind bereits erarbeitet.
Aktuell steht noch die mögliche Ausgestaltung der drei an die Gemeinde vermachten Liegenschaften Villa Spörri, Kosthaus und Riegelhaus an. Sie sind denkmalpflegerisch geschützt und bezüglich Bausubstanz in einem schlechten Zustand. Nun liegt eine Machbarkeits- und Nutzungsstudie vor. (mav)

Planer und Architekten wiesen in ihren einführenden Referaten darauf hin, dass das Luppmenareal als Ganzes entwickelt werden soll.
Das bedeutet, dass Entwicklungsprojekte sowohl für den Luppmenpark als auch für die drei Liegenschaften sowie für die Aufwertung von Bach und Weiher im Park gemeinsam vorangetrieben werden müssen. «Alles andere würde zu Mehrkosten führen, und das ist nicht zu verantworten», war auch von Gemeindepräsident Carlo Hächler (FDP) zu hören.
Die Planer der vorliegenden Entwicklungsideen betonten, dass beim ganzen Vorhaben zu berücksichtigen sei, dass sich der Park im Inventar schützenswerter Objekte befinde. Gleiches treffe auf die Villa Spörri zu. Sowohl Park als auch Gebäude müssten deshalb fachgerecht instand gesetzt werden.
Die Gemeinde legt viel Wert darauf, dass dieses derzeit nahezu brach liegende Areal wieder belebt wird. Man geht davon aus, dass nach Abschluss aller Vorhaben, darunter auch der geplanten Alterswohnungen, künftig gegen 70 Menschen auf dem Areal leben werden.
Fokus auf den Liegenschaften
Die in die Planung involvierten Architekten präsentierten ihre Vorstellungen, wie die Villa Spörri, das Kosthaus und das Riegelhaus künftig genutzt werden könnten. In allen drei Gebäuden soll Wohnraum entstehen, entweder vereinzelte Wohnungen oder zusätzlich gar eine grosse Wohngemeinschaft in der Villa.
In der Villa Spörri sei auch eine Mischnutzung vorstellbar. Die an der Dialogveranstaltung mitwirkende Bevölkerung sprach sich deutlich dafür aus, in der Villa neben zwei Wohnungen auch einen Raum für die Öffentlichkeit einzuplanen – dies wäre dann eine Art «hybride» Nutzung.
Die Planer ihrerseits hatten eine Nutzung als Eventlocation nicht weiterverfolgt. Eine Art Gemeinschaftsraum könnte aber die Bedürfnisse von Hittnauerinnen und Hittnauern auffangen.
Im Kosthaus sind drei Wohnungen geplant, im Riegelhaus, welches derzeit von Asylsuchenden bewohnt wird, sollen zwei «richtig tolle Wohnungen» entstehen.
Viele Inputs und kreative Ideen
Moderator Christian Portmann lud die Teilnehmenden zur Mitarbeit an den drei Arbeitsstationen ein. In drei Gruppen brachten sich die Anwesenden im Rotationsverfahren zu den Teilthemen Villa Spörri, Kost- und Riegelhaus sowie Ausgestaltung des Luppmenparks ein.
Gemeinderat Olivier Scurio (GLP), Ressortvorsteher Planung und Hochbau, sammelte die Anliegen, Wünsche und Einwände aus dem Kreis der Bevölkerung. Auch das Thema Parkplätze wurde aufgegriffen. Eine Hittnauerin appellierte, unbedingt darauf zu achten, dass ausreichend Schattenplätze vorhanden seien. Ein Brunnen könnte den Besucherinnen und Besuchern des Parks Wasser spenden.
«Liegenschaften werden nicht veräussert»
Reto Huber (parteilos), Vorsteher Finanzen und Soziales, orientierte über die finanziellen Rahmenbedingungen. Er stellte klar, dass die Instandstellungsprojekte mit Fremdkapital finanziert werden müssten. Neben den Anlagekosten in Höhe von geschätzten rund 8,2 bis 8,7 Millionen Franken für die drei Gebäude würden der Gemeinde später mit den Mieteinnahmen wieder Erträge zufliessen.