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Politik

Hinwiler fordert Staats- und Regierungschefs zum Handeln auf

Der 70-jährige Christoph Rohland hat sein erstes Buch veröffentlicht, das sich mit globalen Klimafragen auseinandersetzt. Der Hinwiler ist überzeugt: Die Klimakatastrophe kann aufgehalten werden.

Christoph Rohland aus Hinwil verzichtet in seinem Buch zu den grossen Klimafragen auf Quellenangaben.

Tina Schöni

Hinwiler fordert Staats- und Regierungschefs zum Handeln auf

In Ihrem Buch «Trennen und Umverteilen» liefern Sie Antworten auf globale Umwelt- und Klimafragen. Beruflich kommen Sie aber aus einer anderen Ecke. Sie waren Jahrzehnte lang als Kaufmann tätig. Wie kommt es, dass Sie sich so fürs Klima interessieren?
Christoph Rohland: Meine Gedanken zur Umwelt und zum Klima sind nicht von heute auf morgen gewachsen. Ich bin zwar naturbezogen aufgewachsen. Doch als ich nach meiner Ausbildung die 1975 veröffentlichte Meadows-Studie las, ist mir die Bedrohung der natürlichen Ressourcen erstmals vor Augen geführt worden. In diesem Bericht hat die gemeinnützige Organisation Club of Rome auf die kritische Umweltsituation auf unserer Erde hingewiesen. Ich packte daraufhin meine Sachen, wanderte nach Argentinien aus und arbeitete ein paar Jahre auf einem Landwirtschaftsbetrieb.

Wie ging es weiter?  
1982 kehrte ich zurück in die Schweiz und nahm wieder meine Tätigkeit als Kaufmann auf. Doch nach mehreren Jahren im Detailhandel, fühlte ich eine gewisse Ohnmacht. Das ganze Konsumverhalten hat mich nachdenklich gemacht.

Ich esse immer noch gerne Fleisch und habe auch sonst Freude an persönlichem Besitz.

Was ging Ihnen durch den Kopf?
Ich störte mich immer mehr an Kritikern, die jegliche marktwirtschaftlichen Systeme und andere Regierungen verurteilten und immer andere Leute für politische, wirtschaftliche und ökologische Entscheide verantwortlich machten. Wie wichtig Klima- und Umweltthemen sind, weiss die Gesellschaft zu genüge. Aber meines Erachtens machen wir zu wenig aus dieser Erkenntnis. Wir alle können handeln und etwas zur Lösung beitragen. Ich für meinen Teil wollte nicht länger warten und habe fortan meine Gedanken in Handlungen umgesetzt.

Was heisst das konkret?
Ich esse immer noch gerne Fleisch und habe auch sonst Freude an persönlichem Besitz. Aber seit 20 Jahren hinterfrage ich meinen Konsum, habe mich vom Auto losgesagt, gehe zu Fuss oder nutze das Velo. Nach meiner Pension fand ich mehr Zeit zum Lesen und setzte mich vermehrt mit Umwelt- und Klimafragen auseinander.

Sie träumen im Buch davon, alle 196 Staaten für ein gemeinsames Ziel zusammenzubringen und eine neu definierte Weltklimaregierung auf die Beine zu stellen, die länderübergreifende natürliche Ressourcen bedarfsgerecht auf den Kontinenten umverteilt.
Es ist kein Traum, eher eine Frage der menschlichen Einsicht und des Willens, ob alle Nationen gemeinsam die grösste Klimakatastrophe und deren Folgen aufhalten wollen. Inzwischen habe ich über den im Buch veröffentlichten Musterbrief mit internationalen Institutionen, Regierungen und marktverantwortlichen Kontakt und erhalte ermutigende Zuschriften.

Die Weltgeschichte lehrt uns, wie oft Science-Fiction zur Realität wird.

Ist das Vorhaben nicht sehr realitätsfern?
Das Klima trifft jeden von uns. Auf allen Kontinenten unseres Planeten sprechen wir über internationale Lösungen und wissen, dass wir unbedingt handeln müssen. So habe ich eine schwierige, aber machbare Lösung entwickelt, wie wir die bedrohliche globale Klimasituation lösen werden. Mit dieser Systemveränderung reformieren wir auch andere Krisen auf der Welt.

Was bewirkt die Veröffentlichung Ihres Buches?
Ich möchte den Leser damit zur Selbstreflexion einladen. Was haben Klima- und Umweltfragen mit mir zu tun? Was kann ich ändern? Ich bin zwar nur eine Momentaufnahme im Kosmos, aber im grossen Energiefeld bewirkt mein Denken und Handeln eine starke Kraft. Das Sachbüchlein versteht sich als Ratgeber und Hilfe, damit alle Verantwortlichen sich für die Umwelt einsetzen können. Wenn ich den Text in weiteren Sprachen veröffentliche, erreiche ich mit der Buchform 7,6 Milliarden Erdbürger.

Das klingt utopisch.
Die Weltgeschichte lehrt uns, wie oft Science-Fiction zur Realität wird. Heute mag meine Strategie utopisch klingen. Und doch werden wir geopolitische Korrekturen umsetzen müssen. Doch das ist nicht der springende Punkt.

Mit einem Quellenverzeichnis wäre das Buch viel dicker und damit unverständlicher geworden.

Um was geht es dann?
Mit meinem Text bringe ich zunächst mich und vielleicht auch andere Menschen auf neue Gedanken, wie jeder eine zentralistische Klimabewegung auf einfache Art global unterstützen kann, damit das Abwenden der Klimakatastrophe eben nicht zur Utopie wird.

Weshalb wollen Sie Ihre Weltanschauung in einem Buch verkaufen?
Die Buchform eignete sich, weil mir so klar geworden ist, dass ich mich selbst für unseren Planeten engagieren muss. Meine Weltanschauung muss aber nicht prioritär verkauft, sondern vielmehr gelesen und veröffentlicht werden.

In Ihrem Buch haben Sie auf Quellenangaben verzichtet. Warum?
Mit einem Quellenverzeichnis wäre das Buch viel dicker und damit unverständlicher geworden.

Kann denn ein Sachbuch zu einem so grossen Thema ohne Quellenangaben überzeugen?
In meinem Sachbüchlein spreche ich von Fakten, die vermutlich niemand auf der Welt mehr anzweifelt. Ob meine Thesen überzeugen, wird sich zeigen, was ich aber schon heute weiss: «Steter Tropfen höhlt den Stein».

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