Gesellschaft

Hier wohnen die grössten Töff-Fans und Recyclingkönige im Oberland

Der Kanton Zürich hat am Mittwoch ein neues Statistikportal zu den verschiedensten Themen aufgeschaltet. So sehen die Zahlen im Oberland aus.

Hier wohnen die grössten Töff-Fans und Recyclingkönige im Oberland

Kennzahlen aus der Region

Der Kanton Zürich hat am Mittwoch ein neues Statistikportal zu den verschiedensten Themen aufgeschaltet. So sehen die Zahlen im Oberland aus.

Wo stehen die meisten Autos oder Motorräder in der Garage? Wie alt ist die Bevölkerung im Durchschnitt? Oder wie viele Ärztinnen und Ärzte gibt es in einer Gemeinde? Antworten auf diese Fragen liefert seit Mittwoch ein neues Statistikportal des Kantons Zürich. Wir haben einige interessante Daten zusammengetragen.

Junges «Dübi» – altes Egg

41,1 Jahre. So alt ist die Bevölkerung im Schnitt im urbanen Dübendorf. Das ist jung. Zumindest im Vergleich zum Rest der Region. Doch mit Opfikon (38,9 Jahre), Oberglatt (39,6 Jahre) oder Zürich (40,6 Jahre) kann die boomende Agglo-Stadt im Glattal nicht ganz mithalten.

Deutlich auf Distanz halten die Dübendorferinnen und Dübendorfer aber Egg und Maur. An der Flanke des Pfannenstiels wohnen mit 45,6 und 45,4 Jahren die im Durchschnitt ältesten Menschen im Oberland. Kantonaler Spitzenreiter ist übrigens Berg am Irchel. Dort beträgt das Durchschnittsalter 48,4 Jahre.

Baby-Boom in Seegräben – Flaute in Bubikon

In der Babystatistik reicht es Dübendorf allerdings nicht für einen Spitzenplatz. Zwar kamen dort im Jahr 2024 gemäss der letzten Erhebung 339 Babys zur Welt. Absolut gesehen soviele wie in keiner anderen Gemeinde in der Region. Das sind aber trotzdem «nur» 10,44 pro 1000 Einwohnende.

Überraschender Spitzenreiter pro Kopf in Sachen Nachwuchsproduktion im Oberland ist Seegräben. Auf 19 Geburten brachten es die 1467 Einwohnenden im Jahr 2024. Das sind 13,13 Babys pro 1000 Einwohner. Mehr Geburten pro Kopf gab es nur noch in Weiach (13,73). Zur Einordnung: Im ganzen Kanton waren es total 14’949 Babys oder 9,26 pro 1000 Einwohner.

Insgesamt ist der Reproduktionsfaktor im Oberland eher unterdurchschnittlich. Besonders deutlich ist die Flaute in Bubikon. Dort lag die Geburtenquote nur bei gut 5 Babys pro 1000 Einwohner.

Töff-Aficionados im Tösstal

Doch genug der demografischen Werte und hin zu brummenden Motoren. Denn auch dazu liefert der Kanton Zahlen.

Was die Bewohner des Tösstals sowieso schon wissen: Die kurvenreichen Strassen und Pässe in der Gegend sind besonders bei Töfffahrern beliebt. Und offenbar sind Motorräder beliebt bei den Tösstalerinnen und Tösstalern. Denn ein Blick auf die Karte zeigt: Zwischen Fischenthal und Zell ist die Dichte an motorisierten Zweirädern besonders hoch.

Total sind es 629 Motorräder in Bauma, 144 in Wildberg oder 121 in Schlatt. Das macht in Schlatt eine Dichte von beeindruckenden 154 Motorrädern auf 1000 Einwohnende aus. Wila und Fischenthal weisen für ihre Bevölkerungsanzahl ebenfalls hohe Werte auf.

Zum Vergleich: In Uster, immerhin die bevölkerungsreichste Stadt der Region, sind es lediglich 67 Motorräder pro 1000 Einwohner. In absoluten Zahlen kann aber keine Gemeinde Uster das Motoröl reichen. 2488 Motorräder stehen insgesamt in den Garagen in der grössten Stadt in der Region.

Medizinische Öde in Fischenthal

Die medizinische Infrastruktur hinkt im Tösstal hingegen hinterher. Die einzige Apotheke weit und breit gibt es in Bauma. In Fischenthal lässt sich sogar weder eine Apotheke noch eine Arzt- oder Zahnarztpraxis finden. Dasselbe gilt für Wildberg und Schlatt gibt es keine Ärzte.

Medizinisch am besten versorgt ist man in den Zentrumsgemeinden Dübendorf, Uster und Wetzikon mit total 134, 127 und 96 Ärzten. Auffallend ist die Zahnarztsituation in Hinwil. Entweder legen die Hinwilerinnen und Hinwiler besonders viel Wert auf ihre Zahnhygiene – oder sie haben sie besonders nötig. Denn insgesamt 14 Zahnärzte gibt es in der Gemeinde am Bachtel – die höchste Dichte in der Region.

Die Recyclingkönige von Hinwil

Apropos Hinwil: So viel recycelt wie dort wird fast nirgends im Kanton. Das sagen zumindest die Zahlen des Kantons aus. Pro 1000 Einwohnende kamen im Jahr 2024 stattliche 36,3 Tonnen Altkarton, 54,9 Tonnen Altglas und 22,8 Tonnen Altmetall zusammen. Das sind in allen Kategorien kantonale Spitzenwerte. Zum Vergleich: Im kleinen Schlatt waren es gerade einmal 4 Tonnen.

Ob die Hinwilerinnen und Hinwiler einfach auch besonders viel konsumieren oder ob sie wegen der Kezo fürs Recyceln sensibilisiert sind, lässt sich anhand der Statistik nicht sagen. Sowieso schneiden aber alle drei Oberländer Bezirke im Vergleich zum Restkanton in Sachen Recycling gut ab.

Die Gebildeten vom Pfannenstiel

Weniger gut sieht es in Sachen Maturitätsquote in der Region aus. Nur 15 Prozent der Jugendlichen schliessen im Bezirk Hinwil die Matura ab, 16,4 Prozent beträgt die Quote im Bezirk Pfäffikon. Am höchsten ist sie mit 40,6 Prozent im Bezirk Meilen.

Sowieso zeigt sich deutlich: Je näher die Goldküste, desto höher die Werte. Mit einer Quote von 20,89 Prozent ist der Bezirk Uster denn auch Spitzenreiter in der Region. Besonders obenaus schwingen Maur mit 32,16 Prozent und Egg mit 29,79 Prozent.


Wollen Sie wissen, wie Ihre Gemeinde in den genannten Statistiken abschneidet? Alle verfügbaren Daten finden Sie im Statistikportal unter zgz.statistik.ch.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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