Hier entstehen wegen minimalen Eingriffen maximale Kosten
Ritterhaus Bubikon
Die Ritterhausgesellschaft Bubikon hat Grosses im Sinn. Das kürzlich restaurierte Rittergut soll den Anforderungen eines modernen Museums angepasst werden.
Rund 7,5 Millionen Franken. So viel Geld will die Ritterhausgesellschaft Bubikon in die Hand nehmen, um die denkmalgeschützten Gebäude der ehemaligen Johanniter-Niederlassung nach ihren Vorstellungen auszubauen.
Dieser Schritt sei unausweichlich, wenn das Museum weiterhin modern und zeitgemäss sein soll. Bei der Sanierung spielen Denkmalschutz, Brandschutz, Rücksicht auf den Gastrobetrieb und behindertengerechte Zugänge eine gewichtige Rolle.
«Die Ansprüche an einen Museumsbesuch haben sich sowohl bei den Besuchern als auch bei den Fachpersonen weiterentwickelt», sagt Marco Zanoli, Präsident der Ritterhausgesellschaft. Weiter seien in diesen über 20 Jahren, als das Museum im Ritterhaus zum letzten Mal grundlegend neugestaltet wurde, wichtige historische Fakten wie Details zur Geschichte des Ritterhauses ans Tageslicht gerückt.
Ein neues Konzept
Bereits im Juni 2018 stellte die Museumsleiterin Daniela Tracht an einer Hauptversammlung der Ritterhausgesellschaft das Konzept für das neue Museum vor. Dieses beinhaltet eine inhaltliche, ausstellungstechnische sowie vermittlungsorientierte Neugestaltung.
Darüber hinaus soll auch der Betrieb mit dem Besucherservice und der Veranstaltungsbereich überarbeitet werden. «Nach Abschluss des Konzepts hat sich gezeigt, dass bauliche Massnahmen unumgänglich sind», erklärt Zanoli. Die Restaurierung der Gebäudehülle ist abgeschlossen, weshalb nun das Museum in den Fokus rückt.
Was geplant ist
In einer mittlerweile fertiggestellten Vorstudie wurden drei wesentliche Baubereiche in den Fokus gerückt.
- Hindernisfreie Zugänge zum Museum sowie zum Bistrobereich
- Der Einbau eines Lifts zur Erschliessung möglichst vieler Museumsräume
- Die Anpassung an die gestiegenen Anforderungen von Brandschutz und Personensicherheit
Infrastruktur: Ziel ist es, die Infrastruktur zu verbessern. Dies gilt insbesondere für den Kassen- und Bistrobereich, den Technikraum, die Nasszellen und die Archivräume. Hinzu soll neu ein Raum für Museumspädagogik angeboten werden.
Zugänglichkeit: Das Haupthaus soll behindertengerecht werden. Deshalb muss ein Lift eingebaut werden. Die Seitenbauten, das Bruderhaus und das Gesindehaus sind davon voraussichtlich nicht betroffen.
Brandschutz: Um die Auflagen der baulichen sowie technischen Brandschutzbestimmungen zu erfüllen, müssen insbesondere in den Treppenhäuser Anpassungen erfolgen.
«Es war klar, dass wir jemanden für die Architektur suchen müssen, der über Erfahrung in der Planung und Umsetzung von Instandsetzungsmassnahmen historischer und denkmalgeschützter Baumassnahmen verfügt», sagt Zanoli. Das Rennen haben die Architekten Beer Merz aus Basel gemacht.
Einigkeit bei Grundsätzen
Die Kantonale Denkmalpflege und die Ritterhausgesellschaft hätten sich im Rahmen der geplanten Baumassnahmen eng ausgetauscht. Grundsätzlich sei man sich einig. So sollen Eingriffe in den Rohbau des unter Bundesschutz stehenden historischen Gebäudes möglichst verhindert werden und die Gebäudeteile in ihrer Substanz erhalten bleiben. Sollten bauliche Eingriffe unvermeidbar sein, müssen diese einen hohen Mehrwert erzeugen.
Unter der Berücksichtigung der «Leitsätze zur Denkmalpflege in der Schweiz», den Anforderungen der Feuerpolizei, der Behindertengleichstellung sowie des Betriebs wurde bereits 2021 ein Planwahlverfahren gestartet.
Auch die alte Gebäudetechnik muss grösstenteils ersetzt werden.
Marco Zanoli, Präsident Ritterhausgesellschaft Bubikon
«Die Auflagen beim Denkmalschutz sind bei einem so geschichtsträchtigen Gebäude natürlich maximal», sagt Zanoli. Dies gelte auch für die Ansprüche für den Brandschutz: «Die Gebäudetechnik ist ebenfalls in die Jahre gekommen, weshalb sie hinsichtlich des Brandschutzes grösstenteils ersetzt werden muss.» In einem Gebäude mit einem grossen Anteil an mittelalterlicher Bausubstanz weder eine einfache noch kostengünstige Aufgabe.
Unterstützer gesucht
Die Kosten für das umfangreiche Projekt werden derzeit nach Abschluss des Vorprojekts auf zirka 7,5 Millionen Franken geschätzt. Die genaue Summe könne jedoch erst nach der definitiven Ausarbeitung des Bauprojekts definiert werden.
Die Ritterhausgesellschaft Bubikon wird als Verein auf eine grosse finanzielle Unterstützung aus öffentlichen Mitteln und Spenden angewiesen sein. Im Rahmen einer Kapitalbeschaffungskampagne und mit der Unterstützung eines Patronatskomitees sollen über Stiftungen und private Spenden finanzielle Beiträge gewonnen werden.