«Hasenstrick»-Wirte nehmen Aufstieg zum Bachtel
Eröffnung im Oktober geplant
Schon heute wirten sie am Fuss des Bachtels. Bald werden sie es auch auf dem Kulm tun: Musti Baskapan und Sahin Albas werden das neue Restaurant führen.
Seit Mitte 2019 führt Musti Baskapan das Ausflugsrestaurant Hasenstrick ob Dürnten. Etwas später stiess sein Cousin Sahin Albas hinzu. Und vor einem Jahr übernahmen die beiden auch die Leitung des Hotels Swiss Star in Wetzikon.
Voraussichtlich im Oktober – der genaue Termin wird erst im April fixiert – wird mit dem komplett sanierten «Bachtel-Kulm» ein weiterer Gastrobetrieb hinzukommen. «Ich freue mich auf diese zusätzliche Aufgabe. Ich liebe Herausforderungen», meint Baskapan. Auch Leute aus seinem heute 53-köpfigen Team, inklusive Saison- und Teilzeitangestellte, seien schon auf ihn zugekommen, dass sie gerne dort oben arbeiten möchten. Einige kennen das «Bachtel-Kulm» auch von früher.
Moderne Geräte und viel Platz
Was sie dann aber dort oben antreffen werden, ist nicht mehr mit dem «alten» Restaurant vergleichbar. «Bei der Umgestaltung sind die betrieblichen Abläufe gut durchdacht worden», schwärmt Albas, der für die Administration und das Marketing verantwortlich zeichnet. «Da geht einem Gastronomen richtig das Herz auf.» Der 35-jährige Betriebswirtschafter, der in Winterthur studiert hat, ist vor fünf Jahren ins Oberland gezogen. Zuvor arbeitete der ursprüngliche Münsteraner in Düsseldorf als Unternehmensberater.
Die Gerätschaft in der Küche und am Buffet wird auf dem modernsten Stand sein. «Das ist für die Personalgewinnung besonders wichtig, insbesondere bei den Köchen», hält Albas fest. «Und wichtig ist auch, dass es dort genug Platz geben wird und die Laufwege kurz sind», schiebt Baskapan nach. Der 41-Jährige wirkt in den Betrieben zusammen mit seiner Frau Ayse an der Front: «Mich wird man auch auf dem Bachtel oben sicher im Service sehen.»

Baskapan rechnet damit, dass der gesamte Personalbestand mit dem Hinzukommen des «Bachtel-Kulm» auf 65 Leute aufgestockt wird. Er und sein Cousin sehen einen grossen Vorteil darin, dass sie mit drei Betrieben Synergien nutzen können: Wenn an einem Ort weniger Personal benötigt wird, kann dies dafür am anderen eingesetzt werden. Hier gebe es gerade zwischen dem grossen Hotel in Wetzikon und den beiden stärker wetterabhängigen Ausflugsbetrieben einen Ausgleich.
«Unsere beiden bisherigen Betriebe laufen ziemlich gut», meint Baskapan. Während im Sommer mehr im «Hasenstrick» los sei, sei das «Swiss Star» mit seinen 110 Zimmern im Winter stärker gefragt. Dort stammen 80 Prozent der Einnahmen aus der Hotellerie und 20 Prozent aus der Gastronomie. Im «Hasenstrick», das auch über knapp 50 Betten verfügt, sei es gerade umgekehrt.
Um aber effizient zu sein, müssten an allen Orten die gleichen Systeme, etwa an der Kasse, eingesetzt werden. Und natürlich müsse das Personal die einzelnen Standorte gut kennen.
Aus sieben Bewerbungen ausgewählt
Diese Flexibilität, die die beiden Cousins in ihrem Betriebskonzept vorsehen, ist einer der Punkte, weshalb sie von der Genossenschaft Bachtel-Kulm als Besitzerin des Restaurants den Zuschlag als langfristige Pächter erhalten haben. «Dank der Nähe zum Bachtel können Mitarbeitende je nach Bedarf zwischen den Standorten flexibel eingesetzt werden», unterstreicht Hubi Rüegg vom Genossenschaftsvorstand.
Zudem sei der grosse Parkplatz beim Hasenstrick für eine Wanderung auf den Bachtel ebenfalls ideal. Ganz wichtig ist für Martin Vögeli, in der Genossenschaft für die Liegenschaften zuständig, dass das Team Hasenstrick die Herausforderungen und Chancen eines Ausflugsrestaurants bestens kenne.
Insgesamt gab es sieben Bewerbungen für das «neue Bachtel-Kulm». Nicht darunter waren übrigens die Pächter der jetzigen Besenbeiz im Stall. Obwohl sie von der Genossenschaft eingeladen worden seien, hätten sie auf die Einreichung von Unterlagen verzichtet. Vorgesehen sei, dass die Besenbeiz in Betrieb bleibt, bis das komplett erneuerte Restaurant eröffnet.
Täglich geöffnet
Von den Synergien der künftigen Betreiber profitieren sollen auch die Gäste. Dies ist etwa der Fall bei den Ruhetagen. Heute ist der Landgasthof auf dem Hasenstrick montags und dienstags geschlossen. An diesen Tagen soll dafür neu sicher das «Bachtel-Kulm» geöffnet sein. «Ganz wichtig ist aber, dass auf dem Bachtel oben an keinem Tag jemand durstig oder hungrig wieder heimkehren soll», betont Baskapan. So wird es neben dem Restaurant einen Take-away geben, der täglich offen sein soll. «Das ist auch ganz in unserem Sinn», meint Rüegg.
Auch für Anlässe mit bis zu 50 Personen wird es auf dem Bachtel Platz haben. Abgetrennt vom Restaurant stehen zwei Säle zur Verfügung, ein kleinerer im Parterre, ein grösserer im oberen Stock. Noch offen ist die Frage der Möblierung. Den neuen Pächtern schwebt etwas in Holz vor – so, wie sie es auch schon auf dem «Hasenstrick» im Einsatz haben.
Die Küche wird gutbürgerlich ausgerichtet werden, «so, dass sie zur Gegend passt», wie Baskapan festhält. «Wir werden kein Gourmetrestaurant führen.» Das heisst aber nicht, dass es keine weiss gedeckten Tische dort geben wird. «Daneben können aber gut Wanderer sitzen. Ein solches Nebeneinander funktioniert», unterstreicht der gelernte KVler, der vor 20 Jahren als Quereinsteiger zur Gastronomie kam.
Grossanlässe unten, kleinere oben
«Familien, Wanderer, Biker, Geschäftsleute, bei uns sind alle herzlich willkommen», hält Baskapan fest. Dies gilt auch für Gruppen. Die Bachtelgegend ist für Events sehr beliebt. Während auf dem Hasenstrick Grossanlässe wie die Highland Games oder Oldtimertreffen – «das werden wir dieses Jahr bei jedem Wetter durchziehen», meint Albas – möglich sind, werden auf dem Bachtel eher kleinere Veranstaltungen möglich sein. Dies ist nur schon den eingeschränkten Parkierungsmöglichkeiten dort oben geschuldet.
«Wir wollen aber den Hasenstrick nicht überfüllen», meint Baskapan, da sei es nun gut, beispielsweise für Hochzeiten mit dem Bachtel eine gleichwertige Ausweichmöglichkeit anbieten zu können. Er selbst ist mit seiner Familie seit einigen Jahren auf dem Hasenstrick daheim. Er könnte sich gut vorstellen, auch hoch auf den Kulm zu ziehen. Das sei aber nicht ideal für seine drei schulpflichtigen Kinder. Doch Hauptsache sei, dass sie am Bachtel wohnten: «Uns gefällt es auf dem Berg.»